In der Hoffnung, dass sich mindestens halb München für das Oktoberfest entscheidet, hatten wir am letzten Wiesn-Samstag 2015 einen Bergausflug geplant. Unser ursprüngliches Ziel war das Spitzingseegebiet, denn da sind wir schon ewig nicht mehr gewesen. Aber das Wetter war einfach zu schön, um im Bierzelt zu sitzen und so war auf den Straßen Richtung Tegernsee & Schliersee bereits einiges los. Ganz pünktlich sind wir auch nicht losgekommen und als der Verkehr bei Waakirchen ins Stocken kam, ahnten wir, dass die Weiterfahrt Richtung Schliersee und weiter bis zum Spitzingsee hoch nicht besser wird. Ein Plan B musste spontan her. Wir wollten schnellstmöglich raus, loslaufen, eine schöne Aussicht und die Sonne genießen. Und so wurde die Aueralm (1.270 m) bei Bad Wiessee zu unserem Plan B für diesen Tag, obwohl sie mit der tollen Sonnenterrasse auch als Plan A empfehlenswert ist.

Blick auf Tegernsee und Wallberg zu Beginn der Tour bevor es rechts in die Söllbachstraße geht

Blick auf Tegernsee und Wallberg zu Beginn der Tour bevor es rechts in die Söllbachstraße geht.

Das letzte Mal sind wir ziemlich genau vor einem Jahr zur Aueralm gewandert. Damals hatte ich bereits eine ordentliche Kugel vorne dran und wir haben nach einer leichten Almwanderung gesucht, die in meinem Zustand machbar war. Wie so oft bin ich auf bergtour-online.de auf eine ansprechende Tourenbeschreibung zur Aueralm gestoßen, an die wir uns auch dieses Jahr, ohne Kugel dafür mit Prinzessin in der Bauchtrage, weitestgehend gehalten haben.

Idylle im Söllbachtal kurz vor der geschlossenen Söllbachklause

Idylle im Söllbachtal kurz vor der aktuell geschlossenen Söllbachklause. Etwas später geht es rechts hoch zur Aueralm. Der Wegweiser gibt am Abzweig noch 1 1/4 h an.

Nachdem wir mit viel Glück einen freien Parkplatz auf dem Wanderparkplatz kurz nach dem Gasthof Sonnenbichl (840 m) gefunden hatten, ging es zunächst die Teerstraße bergab zurück bis zur Söllbachstraße mit dem ersten Wanderparkplatz. Hier starten zahlreiche Wanderungen ins Söllbachtal und weiter. Man kann ohne Probleme auch gleich hier unten parken, dann wird die Tour mit dem kleinen Stück auf der Teerstraße beendet. Der Weg zur Aueralm ist durchgehend gut beschildert. Zunächst geht es idyllisch am Söllbach entlang, dann an einem Abzweig rechts bergauf. Die Steigung nimmt ab hier zu, ist aber in Ordnung.

Kinderwagen sollten hier auf jeden Fall geländetauglich sein.

Kinderwagen sollten hier auf jeden Fall geländetauglich sein.

Nur wer nicht regelmäßig in den Bergen unterwegs ist (schwanger ist oder ein Baby trägt 😉 ), kann hier richtig ins Schwitzen kommen. Auf einem Zwischenstück wird es etwas flacher und man hat einen schönen Blick zum Hirschberg, bevor die Steigung für das letzte Stück wieder etwas zunimmt. An einer letzten Kreuzung geht es links, das Waldende ist schon fast in Sicht und damit die Aueralm nicht mehr weit.

Unser Tagesziel: die Aueralm.

Nach 1:45 h Gehzeit (vom Gasthof Sonnenbichl) haben wir die Aueralm erreicht und sie war erwartungsgemäß sehr gut besucht; wie vermutlich an jedem Wochenende mit einigermaßen stabiler Wetterlage. Und wenn dann wie bei uns die Sonne lacht, lässt es sich auf der Terrasse mit toller Aussicht auf Hirschberg, Roß- und Buchstein und viele mehr wirklich unglaublich gut aushalten!

Beim Abstieg durch das Zeiselbachtal geht es zunächst recht steil bergab.

Beim Abstieg durch das Zeiselbachtal geht es zunächst recht steil bergab.

Für den Abstieg geht es zurück zum Waldanfang und zunächst links der Beschilderung Sonnenbichl/Bad Wiessee folgend. Wenig später gibt es zwei Optionen für den Weiterweg: entweder der Höhenweg links bergauf oder mehr oder weniger geradeaus steil bergab. Wir haben uns wie im vergangenen Jahr für die zweite Variante entschieden und das erste Stück ist wirklich recht steil, aber zum Glück ging es für uns ja bergab. Bald wird es flacher und es geht gemütlich am Zeiselbach entlang zurück zum Parkplatz, den wir nach ca. 1 h wieder erreicht haben.

Ausgangspunkt für die Wanderung: Wanderparkplatz kurz nach dem Gasthof Sonnenbichl oder bereits vorher in der Söllbachstraße in Bad Wiessee

Kinderwagentauglich? Ja. Die Aueralm ist zum Beispiel im Buch „Wanderungen mit Kinderwagen zwischen Chiemgau und Karwendel“ geführt. Allerdings wird im Buch unsere Abstiegsroute als Aufstiegsweg angegeben und da übertreibt der Autor mit „Man muss ordentlich Schmalz in den Wadeln haben…“ keinesfalls, denn das wird gegen Ende richtig steil. Ich persönlich würde eher unseren Aufstiegsweg mit Kinderwagen empfehlen, auch wenn dieser Weg vermutlich etwas länger dauert.

Einkehrmöglichkeiten (Öffnungszeiten prüfen!): Aueralm, Gasthof Sonnenbichl