Ende Juni haben wir 11 schöne und warme Urlaubstage am Ostufer des Gardasee rund um Lazise verbracht. An einigen Tagen war es uns mit Baby und Kleinkind fast zu warm. Trotz geplanter Entspannung mit viel Seezeit wollten wir auch etwas aktiv sein. Nachdem wir uns bereits einen Tag auf dem Monte Baldo „abgekühlt“ hatten (oben hatten wir ca. 25 Grad statt  35 Grad Celsius am See…) haben wir die leichte Familienwanderung durch den Wasserfallpark Parco delle Cascate im Bergdorf Molina auch und besonders an einem warmen Tag als einen sehr schönen Ausflug empfunden.

Abseits vom Trubel

Bereits die Anfahrt mit dem Auto hinauf in das hübsche kleine Bergdorf Molina ist ein schöne Abwechslung zum regen Treiben am Gardasee. Die Straße wird enger und holpriger, die Landschaft wird grün und bergig. Natur pur, nur wenige Häuser. Vom Parkplatz führt ein ausgeschilderter Weg zum Parkeingang ca. 20-30 Minuten bergab; zunächst durch das Dorf Molina, dann entlang eines von Wiesen eingerahmten Weges. Der Weg vom Parkplatz zum Parkeingang ist theoretisch kinderwagentauglich. Praktisch raten wir davon ab, denn alles was bergab gegangen wird, muss auf dem Rückweg wieder bergauf bezwungen werden. Das wird teilweise richtig steil, vor allem wenn man schon zwei oder mehr Stunden im Park gelaufen ist und der sehr sonnige Weg zusätzlich aufgeheizt ist. Da können kleine aber auch große Wanderer schnell schlapp machen. Zum Glück wartet auf dem anstrengenden Rückweg zum Parkplatz ein kleiner Spielplatz rechter Hand sobald man die ersten Häuser von Molina wieder erreicht hat. Das entlockt beim Bergauf laufen nochmal etwas Motivation sowie nicht mehr vorhanden geglaubte Energie ;-).

Die Rundwege im Park sind nicht für Kinderwagen geeignet. Wir waren zusammen mit einer befreundeten Familie unterwegs. Die Babys hatten in der Babytrage sicher den komfortabelsten Platz, die „Großen“ sind mit ihren 2,5 Jahren selbst gelaufen – angetrieben von der Jagd nach dem nächsten Wasserfall und diversen abenteuerlichen Pfaden. Nur auf dem Rückweg zum Parkplatz mussten die Papas nach dem erwähnten Spielplatz etwas unterstützen, denn nun war alle Energie und Motivation endgültig aufgebraucht.

Durch den Parco delle Cascate führen drei ausgeschilderte Rundwege (Link zum Übersichtsplan): grün (leicht, 30 Minuten Gehzeit laut Infotafel), rot (mittel, 1 Stunde Gehzeit laut Infotafel) und schwarz (schwer, 2 Stunden Gehzeit laut Infotafel). Wir haben uns für den roten Rundweg entschieden und nur die Schleifen zum Cascate del Doppio Covolo (Nr. 5), Cascate Verde (Nr. 18) und die Grotte der „Sacchetta“ (Nr. 19) weggelassen. Insgesamt haben wir mit kleineren Pausen etwas über zwei Stunden im Park verbracht. Es gibt mehrere Picknickbereiche und am Eingang/Ausgang eine kleine Bar/Kiosk.

Bis zur ersten Begegnung mit Wasser – in diesem Fall einem Bachbett – geht es vom Parkeingang stetig weiter bergab. Der Weg wurde bei uns im unteren Bereich teilweise etwas matschig und damit rutschig. Für uns mit leichten Trekking-Schuhen kein Problem, für einige Turnschuh- und FlipFlop-Ausflügler (Ja wirklich!) schon eher. Auch wenn der Parkbesuch keine Bergtour ist, empfehlen wir etwas Profil auf der Schuhsohle.

Cascata dell' Orso

Cascata dell‘ Orso – Bärenwasserfall

Grün, Grün, Grün…

Die meist naturnahen Wege im mit 80.000 qm recht weitläufigen Parco delle Cascate liegen größtenteils im Schatten. Wer für einen Tag der Sommerhitze am See entfliehen möchte, ist hier richtig. Alles ist unglaublich grün und wirkt manchmal auch verwunschen.

Pozzo dell'Orso

Blick auf den Pozzo dell’Orso (Bärenbrunnen) nachdem es vorher auf Eisentreppen an einer Felswand entlang ging. Der „Wanderweg“ sowie das Wasser faszinieren Große wie Kleine.

Für Kinder sind neben dem Wassererlebnis die „Schwebebahn“ (Nr. 9), eine Art Zip-Line wie an Spielplätzen, sowie die Schaukel (Nr. 17), an der man an wirklich langen Seilen über das Wasser auf einen großen Wasserfall zufliegt, die ganz besonderen Highlights. Abgesehen davon, dass unsere Kinder für beides vermutlich noch ein bisschen zu klein sind, war die Schwebebahn bei unserem Besuch geschlossen und die Schaukel von einer Schulklasse „eingenommen“. Ansonsten war der Park während unseres Besuchs nicht sehr überlaufen.

Cascate del Marmittone

Zahlreiche Wasserfälle und spannende Wege, u.a. über kleinere Felsen – eine gute Kombination fürs Wandern mit Kindern!

Fazit: Leichte Familienwanderung in einem besonderen Naturpark

Wir haben den Wasserfallpark Parco delle Cascate als ein unglaublich grünes und ruhiges Fleckchen Natur erlebt. Beim Wandern mit Kindern ist die Kombination mit Wasser in der Regel immer eine gute Wahl (Wechselkleidung nicht vergessen!). Für die Räuberin und ihre Freundin war die Suche oder besser Jagd nach dem nächsten Wasserfall ein sehr unterhaltsames Abenteuerspiel. In unserem Reiseführer ist der Naturpark nur mit wenigen unscheinbaren Zeilen erwähnt. Glücklicherweise sind wir vorher auf den ausführlichen Bericht von Uli bei auf-den-berg.de gestoßen, der richtig Lust auf den Besuch im Parco delle Cascate gemacht hat. Eine kleine aber feine Familienwanderung in mitten bezaubernder Natur.