Ich bin immer wieder gerne auf dem Brauneck, auch wenn es dort oft zugeht wie am Münchner Stachus. Der Grund für meine Sympathie: die überragenden Ausblicke auf Rofangebirge, Karwendelgebirge und Wettersteingebirge im Süden. Was für eine Kulisse! An einem wunderschönen Wintertag hat uns das Brauneck bei unserem ersten Bergausflug zu Viert mal wieder nicht enttäuscht. Wir hatten folgende Wünsche: ein Wintertag im Schnee inklusive Schlitten fahren,  leckeres Essen auf einer Hütte sowie Bergfeeling mit Fernsicht. Gegen Sonnenschein hätten wir natürlich auch nichts einzuwenden und da wir mit einem kleinen Baby unterwegs sind, sollte die Wanderung nicht zu lange dauern und gut erreichbar sein. Die Wetterprognose versprach für unseren Ausflugstag Mitte Februar sonniges Winterwetter in den Bergen. Nach Abwägung der ein oder anderen möglichen Alternative haben wir uns für die Tölzer Hütte am Brauneck (nicht verwechseln mit der gleichnamigen Hütte im Karwendel) als Ausflugsziel entschieden und es nicht bereut.

Tölzer Hütte links hinter den Bäumen

Bereits zu Beginn des Spaziergangs in Sichtweite: die Tölzer Hütte links hinter den Bäumen.

Wir haben für das erste Bergerlebnis mit Babymädchen und Räuberin die bequeme Variante bevorzugt und sind mit der Seilbahn hoch und wieder runter gefahren. Der Preis von 19 €/Person für eine Berg- und Talfahrt hat uns definitiv ein bisschen Schlucken lassen. Unser Schlitten hatte in der Gondel problemlos Platz. Unsere große – irgendwie aber doch auch noch kleine – Räuberin hat die Aussicht vom Schlitten beim Spaziergang zur Tölzer Hütte sichtlich genossen. Das Babymädchen steckte warm eingepackt im Fleece-Overall im Tragetuch und war zusätzlich von meiner Jacke mit „Babyverdeck“ geschützt. Da wir einen wunderbar sonnigen und damit fast schon milden Wintertag auf dem Brauneck erwischt hatten, wurde mir das fast zu warm.

Winterwanderweg Tölzer Hütte

Nicht übersehbarer Wegweiser auf dem Wanderweg, der von den Wintersportlern als Ziehweg genutzt wird.

Die Schneeverhältnisse waren für unsere kurze Wanderung mit Schlitten zur Tölzer Hütte, sowie die ein oder andere Rodelpartie entlang des Weges, mehr als ausreichend. Mit Ski oder Snowboard auf der Piste wäre es mir persönlich schon am späten Vormittag zu sulzig gewesen. Der Winterwanderweg zur Tölzer Hütte beginnt an der Bergstation der Brauneck-Bergbahn. Verlässt man das Gebäude, läuft man zunächst rechts auf einem etwas schmaleren Pfad bis man auf den breiteren Wanderweg bzw. im Winter auch Ziehweg für Ski- und Snowboardfahrer stößt. Auf diesem Weg hat man also etwas „Verkehr“ durch die Wintersportler. Bei uns war auf diesem Abschnitt nicht so viel los, so dass wir es nicht als störend empfunden haben. Auf dem letzten Stück ist der Weg durch gelb-schwarze Stangen etwas von der Piste separiert und man kann bergab mit Schlitten und ordentlich Schwung fast bis zur Terrasse der Tölzer Hütte „vorfahren“. Je nach Tempo ist man bereits nach 20 bis 30 Minuten an der Tölzer Hütte angekommen.

rodelnd bergab zur Tölzer Hütte

Mit dem Schlitten geht es die letzten Meter rodelnd bergab zur Tölzer Hütte.

Über die urige Atmosphäre der Tölzer Hütte, die unglaublich schöne Zeit in der Sonne auf der Terrasse der Hütte und das leckere Essen komme ich heute noch ins Schwärmen. Bei einem Besuch der Tölzer Hütte führt aus unserer Sicht kein Weg an den „3 Tiroler“ und dem Kaiserschmarrn vorbei! Sehr lecker! Während wir auf das Essen gewartet haben, hat die Räuberin im Schnee neben der Terrasse gespielt und die herumliegenden Ski bestaunt. Sie hatte uns bereits vorher regelmäßig erzählt, dass sie Ski fahren möchte. Das Beobachten der Skifahrer hat diesen Wunsch scheinbar weiter gefestigt. Nächsten Winter werden wir es auf jeden Fall das erste Mal ausprobieren.

Auf dem Rückweg zur Bergbahn ist die Räuberin nochmal in den Genuss einer Schlittenfahrt gekommen. Bevor es auf dem Ziehweg zurück geht, war ein Pistenabschnitt zwar toll präpariert war, aber der Sessellift nicht in Betrieb und keine Skifahrer dort unterwegs. Und wir haben gelernt: Kinder könnem auch beim Schlittenfahren schlafen! Es wurde bereits früher Nachmittag (normalerweise Mittagsschlafzeit) und so ist die Räuberin beim zweiten Mal auf-den-Berg-hochziehen-lassen eingeschlafen und hat auch während der Schlittenfahrt bergab weiter geschlafen…

Bergpanorama

Nur selbst fliegen ist schöner!

Fazit: Es war für uns ein Traumtag auf dem Berg mit etwas Bewegung, Spaß im Schnee, sehr gutem Essen und toller Aussicht. Wir können diesen Winterausflug mit kleinen Kindern nur empfehlen. Wer etwas länger unterwegs sein möchte, kann zusätzlich den Brauneck-Gipfel mitnehmen.

Alles richtig gemacht: Im Tal und Richtung München blieb es den ganzen Tag grau und kalt.