Vor einer Woche haben wir das erste Mal unsere Sachen für die erste kleine Bergtour mit Baby und Kleinkind gepackt. Wer uns kennt oder hier schon länger mitliest, ist vermutlich nicht überrascht, dass wir mit dem Heiglkopf mal wieder einen unserer absoluten Lieblings-Hausberge als Ziel für dieses irgendwie besondere Ereignis auserkoren haben. Heute stellen wir unsere Tragehilfen vor und verraten welche Erfahrungen wir damit bisher gemacht haben.

Heiglkopf Aussicht

Einer unserer absoluten Lieblingsplätze: Natur und Berge gucken und die Aussicht vom Heiglkopf genießen.

Selber laufen, Kraxe, selber laufen, Kraxe,…

Die Räuberin ist nun bald 2,5 Jahre alt und läuft in der Regel gerne. Vergangenen Herbst hatte sie sogar schon einmal fast den kompletten Aufstieg zum Heiglkopf (Gehzeit ohne Kinder ca. 75 Minuten) zu Fuß bewältigt; allerdings waren die Großeltern als Verstärkung dabei und hatten sie meist an den Händen. So eine Leistung können und wollen wir derzeit nicht voraussetzen, daher wird die Rückentrage (Kraxe) mit hoher Wahrscheinlichkeit noch das ganze Jahr für sie zur Unterstützung im Einsatz sein. Unsere kleine Große soll selbst wählen dürfen, wann und wie lange sie läuft und wann sie eine Pause benötigt. So hoffen wir, bleibt auch der Spaß am Wandern vorhanden. Wer den Heiglkopf kennt weiß, dass der Aufstieg bis auf wenige flache Passagen in der Regel recht steil ist. Interessanterweise wollte die Räuberin immer auf den flacheren Stücken in die Kraxe und sobald es steil und holprig wurde raus, denn da kann man „klettern“. Sie ist bestimmt 4-5 Mal zwischen laufen und Kraxe gewechselt und am Ende den größeren Anteil selbst gelaufen. Das ständige Auf und Ab der Kraxe kann für den Träger aber nicht ganz unanstrengend und etwas nervig sein.

Klettern & Kraxeln – je holpriger der Wanderweg, umso spannender!

Wir nutzen eine macpac Possum Rückentrage, die wir bereits vor den Kindern von sehr guten outdoor-affinen Freunden zur Hochzeit geschenkt bekommen haben. Regenschutz, Sonnendach inklusive Fliegennetz sowie ein Halspolster haben wir uns vor der ersten Bergtour 2015 dazu gekauft.  Neben den beiden Fächern auf der Rückseite bietet die Kraxe im großen Bodenfach viel Stauraum (ca. 20-25 Liter) – ideal für Picknickdecke, Wickelzeug und Wechselwäsche. Der Sitzsteg für die Kleinen ist super weich und angenehm breit. Fußschlaufen hat unser Modell keine, aber die haben wir bzw. die Räuberin bisher auch nicht vermisst. Wir wissen, dass längeres Hängenlassen der Beine nicht ideal für die Durchblutung ist und haben dies im Babyalter mit entsprechenden Pausen berücksichtigt. Das Schlafen in der Kraxe ist ja immer so eine Sache – bequem schaut es für uns auch mit Halspolster nicht wirklich aus, aber es werden bis heute Nickerchen darin gemacht.

Wir sind insgesamt wirklich zufrieden mit unserer macpac Kraxe und schätzen den recht großen Stauraum bei eher geringem Gewicht im Vergleich zu anderen Kindertragen. In der Kraxe hatte vor einer Woche alles Platz, was wir für unsere erste kleine Bergwanderung zu viert bei sommerlichen Temperaturen benötigt haben und wir konnten auf einen weiteren Rucksack verzichten.  Und die Räuberin hat sich bisher nie beschwert. Im Gegenteil: nach der ersten Tour im Herbst 2015 wollte sie zu Hause immer sofort reinklettern, sobald sie die Kraxe erblickt hat und es gab damit die ein oder andere „Tour“ zum Bäckerwagen am Sonntag.

macpac Possum Kraxe

Feiert bald 2-jährigen Einsatz: unsere macpac Possum Kraxe. (Hinweis: Unsere Kraxe ist aus der Saison 2012/2013. Das Modell Possum wurde 2016 vom Hersteller überarbeitet.)

Wandern mit Babytrage

Die allerersten Wanderungen hatte die Räuberin mit uns in der Babytrage bestritten und nun hat ihre kleine Schwester auch die allererste Gipfeltour darin hinter sich. Auch das Babymädchen (bald ein halbes Jahr alt) fühlt sich wie ihre große Schwester sehr wohl in der Trage und genießt die Aussicht oder schläft seelenruhig. In ihren ersten Lebensmonaten hat das Babymädchen die meiste Zeit im Tragetuch verbracht. Sie ist ein richtiges Tragebaby. Zum Wandern mit Baby ist mir persönlich die Babytrage angenehmer als das Tuch, da sie unkomplizierter An- und Abzuschnallen ist und zwischen dem Baby und mir für mein Empfinden etwas mehr Luft ist und wir so durch mein Schwitzen nicht sofort „aneinander kleben“.

Heiglkopf gleich oben

Dank sommerlicher Temperaturen und entsprechend stabiler Wetterprognose haben wir für die kurze Bergtour auf zusätzliche Jacken und Regenschutz verzichtet. Das geht nicht oft und dann heißt es für mich: Babymädchen vorne und zusätzlicher Rucksack hinten. Die Kraxe für die Große ist mit Verpflegung, Wickelzeug, Picknickdecke und Wechselwäsche bereits voll.

Vor Geburt der Räuberin hatten wir uns nach Probieren von 2-3 verschiedenen Babytragen für die BabyBjörn One Babytrage entschieden und haben es bis heute nicht bereut. Uns hatte vor allem das umkomplizierte „Anziehen“ dank der Schnallen sowie die langfristige Flexibilität durch 4 verschiedene Tragepositionen (je nach Alter geeignet) überzeugt. Auf dem Rücken war die Räuberin darin allerdings nie und auch am Bauch mit Blick nach vorne nur sehr selten. Sie fühlte sich am Bauch mit Blick zu uns am wohlsten. Wir sind gespannt, wie sich das bei ihrer kleinen Schwester entwickelt. Ein Sonnenschutz über dem Kopf des Babys würde die BabyBjörn One aus meiner Sicht noch perfekt machen. Da gefällt mir die Lösung der manduca sehr gut, wo die Kopfstütze als Sonnen-/Wetterschutz genutzt werden kann. Wir helfen uns mit entsprechend breiten Sonnenhüten, idealerweise auch mit Nackenschutz.

Kuhbild Heiglkopf

Seltener Schnappschuss im September 2015: Die Räuberin war nicht sehr oft mit Blick nach vorne in der Babytrage. Blick zu uns gefiehl ihr eindeutig besser.

Fazit: Probieren geht über studieren!

Nehmt euch die Zeit und testet verschiedene Babytragen und Rückentragen in einem Fachgeschäft, schaut was zu euch passt und für euch komfortabel ist. Vor dem Kauf einer Kraxe ist eine Probetour sinnvoll, denn nicht jedes Baby/Kleinkind fühlt sich in einer Rückentrage sofort wohl und die Kosten sind ja nicht ganz unerheblich. Leiht euch zum Beispiel eine Kraxe von Freunden oder direkt beim Alpenverein für ein Wochenende aus (nur für DAV Mitglieder möglich gegen Ausleihgebühr).

 

Hinweis: Dieser Beitrag wurde nicht von macpac oder BabyBjörn unterstützt. Wir beschreiben in diesem Artikel unsere persönlichen Erfahrungen.