Der letzte Blogpost liegt viel zu lange zurück und es ist sehr ruhig hier. Das hat einen sehr guten, ja einen wunderschönen Grund: die Gipfelfamilie ist mittlerweile zu Viert :-). Auch wenn wir bisher nicht über viele unserer Outdoor-Aktivitäten mit Kleinkind (nun die große Schwester von der kleinen Schwester) aus 2016 berichtet haben, waren wir als Familie in Natur und Bergen unterwegs. Die Blogparade von Markus vom Outdoor-Blog zu den persönlichen „(Outdoor)-Highlights 2016“ hat uns sofort an unser „erstes Mal“ – unsere erste Hüttenübernachtung als Familie zu Dritt erinnert. Die Hüttenübernachtung auf der Schönfeldhütte im Mangfallgebirge inklusive Wanderung auf den Jägerkamp war in 2016 unser Outdoor-Highlight als Familie. Wir möchten unsere Erfahrungen sehr gerne teilen und damit blogtechnisch endlich den Winterschlaf beenden.

Eigentlich hatten wir bereits für Juni unsere erste Hüttenübernachtung zu Dritt geplant, mussten diese krankheitsbedingt aber leider absagen. Ende August – es waren nochmal richtig warme Sommertage – reifte ziemlich spontan unter der Woche die Idee, am Wochenende eine Nacht auf einer DAV Hütte in den nahen Bergen zu verbringen. Über die Albert-Link-Hütte, die bereits ausgebucht war, sind wir auf die Schönfeldhütte (1.410 m) aufmerksam geworden und hatten Glück: Ein Zimmer war kurzfristig frei geworden. Gesagt, getan.

Kühe soweit das Auge reicht rund um die Schönfeldhütte.

Ende August: Kühe, Kühe und nochmals Kühe auf den Almwiesen rund um die Schönfeldhütte und die Räuberin konnte nicht nah genug dran sein…

Tipps zur Ausrüstung für die erste Hüttenübernachtung mit Kleinkind

Die Fassungsvermögen unserer Kraxe und des zusätzlichen Rucksacks (40+10) haben wir – obwohl nur eine Übernachtung und bei hochsommerlichen Temperaturen ohne die dicken Sachen – ziemlich ausgereizt. Neben den klassischen Utensilien wie  Erste-Hilfe-Set, Hüttenschlafsäcke, Hüttenschuhe, Wechselkleidung, Waschzeug, Sonnenschutz und ausreichend zu Trinken und Proviant für alle kommt für ein Kleinkind (unsere Räuberin war zu dem Zeitpunkt fast 20 Monate alt) noch einiges dazu. Eine Auswahl der wichtigsten Dinge fürs Kleinkind, die wir empfehlen können:

  • Neben ausreichend Windeln mindestens einen Müllbeutel für den Windelmüll (z.B. klassische Windelbeutel oder auch Kosmetik-Müllbeutel), denn der Müll muss wieder mit runter vom Berg!
  • Da es für die ganz Kleinen noch keinen Hüttenschlafsack gibt, haben wir gute Erfahrungen mit einem normalen Bettlaken und einen Schlafsack, mit dem die Räuberin auch zu Hause in ihrem Bett schläft, gemacht.
  • Trinkt das Kleinkind wie bei uns am Abend noch eine Milch aus der Flasche, sollte auch die Milchflasche mit.
  • Ein kleines Lieblingskuscheltier darf auch nicht fehlen. Wir haben noch ein kleines Gute-Nacht-Buch für das Abendritual dabei gehabt, sonst keine weiteren Spielsachen und es wurde auch nichts vermisst.

Aufstieg und Übernachtung auf der Schönfeldhütte

Die Schönfeldhütte oberhalb des Spitzingsees in den Schlierseer Bergen ist aus unserer Sicht sehr gut für Familien geeignet. Die Hütte wird von Almgelände eingerahmt und ist vom Spitzingsattel oder Spitzingsee Ort sehr gut erreichbar. Sogar die Taubensteinbahn könnte für den „Aufstieg“ genutzt werden. Ende August grasten die Kühe noch auf den Almwiesen und die Räuberin konnte sich gar nicht satt sehen, sooo viele Kühe samt lautem Kuhglocken-Gebimmel – wunderbar!

Für einen Parkplatz am Spitzingsattel waren wir zu spät dran und haben in Spitzingsee Ort auf dem Wanderparkplatz an der Kirche geparkt. Von dort ging es zunächst Richtung Valepp an der Alten Wurzhütte vorbei und an einem Abzweig nach links bergauf (Beschilderung Rotwandhaus, Schönfeldhütte). Der gut ausgeschilderte Weg verläuft sehr lange fast ausschließlich auf einer Teerstraße, später Schotterstraße. Der Aufstieg (ca. 300 Höhenmeter, mit ca. 1,5h angegeben) ist eigentlich nicht dramatisch, aber man kommt auf jeden Fall ins Schwitzen. Mir persönlich hat es bergauf bei hochsommerlichen Temperaturen um die Mittagszeit mit großem Rucksack hinten und kleinem Baby-Bäuchlein vorne defintiv gereicht und wir haben aufgrund von einigen kleinen Pausen länger als 1,5 Stunden benötigt. In und um die Hütte herum gab es dann erstmal viel zu entdecken: das Zimmer, die Schaukeln vor der Hütte, die zahlreichen Kühe auf den Almwiesen, die Blumen auf der Wiese, die Steine auf dem Weg und und und…

Kaiserschmarrn mit Zwetschgen – sehr sehr lecker!

Übernachtet haben wir in einem Vierbettzimmer, ausgestattet mit einem Doppelstockbett und einem Doppelbett. Letzteres fand ich sehr praktisch, um zusammen mit der Räuberin in einem Bett zu schlafen. Wir hatten beide ausreichend Platz zum Schlafen und sie konnte nicht herausfallen, da sie auf der Wandseite lag und von zu Hause ja noch ihr Gitterbett gewohnt war. Leider war unser Zimmer direkt neben den Duschen und das Knallen der Tür hat mich und den Papa zusätzlich zur unangenehmen Wärme dieser hochsommerlichen Nacht noch ziemlich lange vom Einschlafen abgehalten. (Ja, wir lagen bereits weit vor der abendlichen Hüttenruhe im Bett und hatten leider unsere Ohrstöpsel vergessen.) Das Frühstück am nächsten Morgen konnte uns aber ausreichend Energie zurückgeben und bot eine gute Auswahl und selbst gebackene Brötchen. Das Essen auf der Hütte fanden wir insgesamt sehr gut, aber vor allem am Kaiserschmarrn führt auf der Schönfeldhütte kein Weg vorbei. Soooo lecker!

Auf dem Weg zum Jägerkamp - Blick zurück Richtung Schönfeldhütte.

Auf dem Weg zum Jägerkamp – Blick zurück Richtung Schönfeldhütte.

Wanderung auf den Jägerkamp

Das schöne an einer Hüttenübernachtung in den Bergen ist, dass man den Berggipfeln höhentechnisch bereits etwas näher ist und so ein richtiges Gipfelerlebnis mit Kleinkind in der Kraxe relativ einfach machbar ist. Wir hatten uns für den Jägerkamp (1.746 m), dem „Hausberg“ der Schönfeldhütte, entschieden. Da wir beim Abstieg zurück zum Parkplatz wieder an der Hütte vorbei gekommen sind, hatten wir den großen Rucksack in der Hütte gelassen. Die Wanderung auf den Jägerkamp von der Schönfeldhütte ist eine leichte Bergwanderung mit wirklich tollen Ausblicken auf den Schliersee, die bayrischen Voralpen und noch weiter. Wir haben knapp über 1 Stunde für den Aufstieg benötigt, der sehr gut ausgeschildert ist.

Toller Ausblick kurz vor dem Gipfel.

Wieder zurück an der Hütte haben wir uns nochmal gestärkt und natürlich (!) gab es noch einen Kaiserschmarrn. Wieder unten am Spitzingsee hat die Räuberin noch ausgiebig im See geplanscht und unsere erste Hüttenübernachtung zu Dritt hat damit einen feuchtfröhlichen Abschluss gefunden.

Fazit

Unsere erste Hüttenübernachtung mit Kind war ein tolles Familienerlebnis und defintiv unser Familien-Outdoor-Highlight 2016. Es hat alles prima geklappt, wir hatten viel Spaß und die Räuberin war die ganze Zeit sehr zufrieden. Natürlich war es für uns als Eltern eines Kleinkindes nicht ganz so entspannend wie mit größeren Kindern oder eben ohne Kind, aber wir haben die intensive Familienzeit in der Natur sehr genossen. Die Räuberin hat einige Tage später immer noch von „Almhütte“ und „Berge“ gesprochen. Die Schönfeldhütte umgeben von Almgelände und zahlreichen Berggipfeln hat eine tolle Lage und mit dem Spitzingsee als Ausgangspunkt ist auch die Abkühlung im Sommer gesichert. Wir freuen uns bereits auf unser nächstes Abenteuer in den Bergen mit einer Hüttenübernachtung, dann zu Viert!

Muh

Muh!