Winnebachseehütte mit Kindern – ein Familien-Hüttenwochende

Mitte August haben wir drei Tage und zwei Nächte in den westlichen Stubaier Alpen auf der Winnebachseehütte verbracht. Nachdem wir uns im Mai mit einer Übernachtung auf dem Stripsenjochhaus an das Thema Hüttenübernachtung mit zwei kleinen Kindern erfolgreich herangetastet hatten, folgte nun die Steigerung auf zwei Nächte zu Viert in den Bergen. Und was soll ich sagen, die drei Tage haben unsere erste Hüttentour zu Viert im Mai um ein Vielfaches getoppt. Ganz ohne Übertreibung und rosarote Brille. Woran das lag? Zum Einen an der sehr gemütlichen Winnebachseehütte sowie zum Anderen an der wunderbar hochalpinen Bergkulisse rund um die Hütte. Aber vor allem auch daran, zu sehen wie viel Freude die beiden Räuberinnen derzeit an so einem Hüttenerlebnis und dem damit verbundenen Draußensein mit uns haben. Und das trotz Anfangs sehr durchwachsenem Wetter.

Am Freitagvormittag sind wir gemütlich im Süden von München gestartet und waren pünktlich zum Mittagessen im Ötztal. Ötztal? Da oben steht doch etwas von Stubaier Alpen? Richtig. Der direkte Zustieg zur Winnebachseehütte liegt im Sulztal, einem kleinen Seitental vom Ötztal, welches die Stubaier Alpen im Osten von den Ötztaler Alpen im Westen trennt. Nach einem Mittagessen in Längenfeld sind wir weiter bergauf nach Gries im Sulztal (1.569 m) gefahren und haben unsere Wanderung bei der kleinen Wohnsiedlung (auch genannt Weiler) Winnebach gestartet. Dort befindet sich auch die Talstation der Materialseilbahn der Winnebachseehütte und etwas unterhalb davon der Parkplatz.

Wandern mit dreijährigem Kind und die Frage „Kraxe oder selbst laufen?“

Bei der Planung des Hüttenwochenendes zwei Monate vorher hatten mein Mann und ich angedacht, dass die dreieinhalbjährige Räuberin den Aufstieg zur Hütte mit ausreichend Pausen selbst wandert.  Zur Not kommt sie ein kurzes Stück auf Papas Schultern. Ein paar Tage vorher haben wir uns endlich konkret mit den Tourenmöglichkeiten um die Winnebachseehütte beschäftigt und sind wieder auf die 700 Höhenmeter im Aufstieg zur Hütte gestoßen. Da kamen mir Zweifel, ob ihre Kraxe nicht doch sinnvoll wäre.

Wandern mit dreijährigem Kind

Wandern mit dreijährigem Kind und die spannende Frage: wie viel wandert es selbst? Hier wurde nach wenigen Minuten bereits gejammert.

Von der Hütte als Ausgangspunkt wollten wir Samstag und Sonntag auch jeweils eine Wanderung machen und da wird es erst ab 400 Höhenmetern und mehr wirklich interessant. Das war uns inklusive Abstieg am dritten Tag dann doch zu unrealistisch und einfach zu viel für eine Dreieinhalbjährige zum selber laufen. Da zur Winnebachseehütte auch eine Materialseilbahn gehört und der Gepäcktransport auf der Webseite angeboten wird, haben wir uns schlussendlich für die für uns entspanntere Variante mit 2 Rückentragen (Kraxen) und einem großen Rucksack, der per Materialseilbahn bergauf fährt, entschieden.

Das war genau die richtige Entscheidung. Zum Einen weil das Wetter am Freitag ungemütlich kühl und nass war und wir deswegen bergauf nicht ganz so langsam unterwegs sein wollten. Zum Anderen weil wir uns mit der zweiten Kraxe am Samstag und Sonntag bei der Tourenauswahl nicht einschränken und lediglich unsere eigene Fitness sowie die Zeit beachten mussten. Natürlich sollte die große Räuberin möglichst viel selbst wandern, was immer bei der Abschätzung der Gehzeit eingeplant werden muss. Die Kraxe war für ihre Erholungspausen eingeplant, in denen wir dann trotzdem „Meter machen“ können.

Hüttenübernachtung mit Kindern und das Thema Gepäck

Die beiden Kraxen waren mit Wasser, Snacks, Wickelzeug für die Kleine sowie diverser dringend notwendiger wetterfester Kleidungsschichten für uns Vier mal wieder am Limit gepackt. Auch der große Rucksack (60L + 10) platzte förmlich. Und das obwohl ich unsere Hütten-Packliste nach der Übernachtung auf dem Stripsenjochhaus weiter optimiert habe und tatsächlich nur je 2 Kleidungsstücke der Räuberinnen ungetragen blieben. Aufgrund der vorhergesagten kühlen Temperaturen bis Samstagnachmittag waren sogar zwei Daunenjacken im Gepäck. Und für die Kinder schleppe ich ehrlich gesagt lieber einen Body, eine Hose und ein Oberteil zuviel mit auf den Berg, als sie bei durchwachsenem Wetter in nasser Kleidung herumlaufen zu lassen.

Wir haben auf dieser Tour das erste Mal eine Trinkblase ausprobiert

Wir haben auf dieser Tour das erste Mal eine Trinkblase ausprobiert und stattdessen eine von zwei großen Trinkflaschen zu Hause gelassen. Die Räuberinnen fanden die Trinkblase auf jeden Fall ziemlich cool.

Bei Handtüchern hatten wir aber tatsächlich noch Optimierungsbedarf. Normale Handtücher nehmen selbst in einer kleinen Größe in einem Rucksack zuviel Platz ein. Da sind wir jetzt auf platzsparend verpackte aber trotzdem genauso funktionelle Mikrofaser-(Reise)Handtücher umgestiegen. Der erste Test für die Mikrofaser-Handtücher wird unsere Wohnmobiltour in den nächsten Wochen. Damit habe ich jetzt ein gutes Gefühl, mit einer soliden Packliste für die nächste Hüttentour zu Viert gerüstet zu sein. Ein Einblick in diese Packliste folgt demnächst auf dem Blog.

Tag 1: Der Aufstieg aus dem Ötztal zur Winnebachseehütte (2.362 m)

Nachdem wir uns an der Talstation der Materialseilbahn mit dem Hüttenwirt verständigt hatten, dass unser Rucksack für den Transport bereit steht, ging es also los. Auf dem Wegweiser sind ab dem Weiler Winnebach zwei Stunden Gehzeit zur Winnebachseehütte angegeben. Nach wenigen Minuten Wanderung auf der Forststraße bergauf war es um die Wander-Motivation der großen Räuberin bereits schlecht gestellt. Das haben wir momentan häufig zu Beginn einer Wanderung. Sie braucht scheinbar ihre 15 bis 30 Minuten bis sie in den „Flow“ kommt und dann geht es in der Regel ohne Nörgeln ziemlich gut bergauf. Aufgrund des nassen Wetters haben wir auch gar nicht lange versucht, sie zum selber laufen zu überreden, sondern sie in die Kraxe gesetzt. Keine fünf Minuten später (wir waren bisher noch keinen Kilometer gewandert), wollte die eineinhalbjährige Räuberin raus aus ihrer Kraxe und selber laufen. Okay gut, wenn sie schon selbst danach fragt, kommt sie halt raus. Auch wenn mir klar war, dass sie nur wenige hundert Meter laufen wird und es dann wieder heißt: Kraxe runter, Kinder rein und wieder los.

Wandern mit Kleinkind und Kindergartenkind

Wenn die kleine Schwester läuft, dann läuft auch die Große wieder selbst. Und auf einmal geht’s…

Na, weißt du was als Nächstes passiert? Genau. Als mein Mann mit der Großen in der Kraxe zwei Minuten später nach dem „Umladen“ wieder aufgeschlossen hatte, wollte die Große natürlich auch wieder raus aus der Kraxe und mit ihrer kleinen Schwester laufen. Hallejula, wandern mit Kindern macht so viel Spaß – nicht! Glücklicherweise lief es ab diesen Zeitpunkt entspannter. Die Kleine saß ziemlich schnell wieder in ihrer Kraxe und die Große hatte ihren Flow gefunden und ist ein ordentliches Stück selbst bergauf gewandert. Mittlweile war es auch keine langweilige Forststraße mehr sondern ein steiniger Pfad übersäht mit Baumwurzeln. So macht wandern mit Kindern dann wirklich Spaß.

Aufstieg zur Winnebachseehütte

Endlich geht’s weg vom Forstweg auf schmalem Pfad weiter.

So macht wandern Spaß

So macht wandern Spaß!

Nebelwanderung

Nach ungefähr einer Stunde und 200 Höhenmetern ist die große Räuberin am Waldende wieder in die Kraxe umgestiegen. Der Weg führt nun am Hang entlang; ohne Nebel bestimmt wunderschön. Den Winnebach irgendwo unter/neben uns haben wir permanent rauschen gehört, aber wirklich nichts von der schönen Berglandschaft gesehen. Nach dem Abstieg zwei Tage später kann ich sagen, dass es für mich vermutlich gar nicht schlecht war, mit 15-16 kg auf dem Rücken den noch bevorstehenden Weg bergauf nicht wirklich zu sehen. Die nächsten 300 Höhenmetern sind wir mit beiden Kindern in der Kraxe gewandert.

Der Wasserfall Bachfalle ist in Sicht

Der Wasserfall Bachfalle ist in Sicht. Jetzt kann die Winnebachseehütte nicht mehr weit sein.

Die letzten knapp 200 Höhenmeter ist die Große wieder selbst gewandert. Endlich haben wir den Bach neben uns gesehen und hatten bald auch Sicht auf den Wasserfall. Über die „Bachfalle“ stürzt der Winnebach hinunter. Es war klar, dass die Winnebachseehütte irgendwo dort in Nähe des Wasserfalls sein muss. Das Ziel zwar damit zwar noch nicht in Sicht, aber gefühlt sehr nah. Nicht ganz 30 Minuten später hatten wir es dann auch bis zur Hütte geschafft, die durch den Nebel tatsächlich erst wenige Meter vorher zu erblicken war. Schlussendlich hatten wir inklusive zweier Pausen und knapp 400 Höhenmeter mit selbstlaufendem Kindergartenkind dreieinviertel Stunden für den Aufstieg zur Winnebachseehütte benötigt.

Winnebachseehütte im Nebel

Hüttenübernachtung mit Kindern und das Thema Wetter

In der Woche vor dem geplanten Hüttenwochenende waren wir erstmal zögerlich, ob wir die Tour wirklich machen. Nach vielen Wochenenden mit traumhaftem Bergwetter, war für Donnerstag bis Samstag eine deutliche Wetterverschlechterung mit viel Regen und kühlen Temperaturen vorhergesagt. Da wir uns mit Kindern oberhalb von 2.300 m in den Bergen bewegen wollten, habe ich das skeptisch verfolgt.

Ich muss zugeben, dass ich bei nasskaltem Wetter nicht auf Biegen und Brechen mit den Räuberinnen in diesem Alter in die hohen Berge muss. Die Pfade/Wege sind dann rutschig, man sieht wenig von seiner Umgebung und die Sorge, ob es beiden Räuberinnen warm genug ist, würde mich permanent begleiten. Natürlich sind wir alle nicht aus Zucker und kleidungstechnisch auch für solche Bedingungen bestens ausgestattet, aber der Spaßfaktor würde für mich doch deutlich leiden. Ich wäre nicht entspannt.

Winnebachseehütte

Glücklicherweise sollte es ab Samstagmittag auch in den Bergen wieder aufziehen. Für Sonntag war sogar traumhaftes Bergwetter mit blauem Himmel und Sonnenschein prognostiziert. Diese Vorhersage ab Samstagmittag hat uns positiv gestimmt und wir haben uns für das Hüttenwochenende entschieden. Wohl wissend, dass der Aufstieg am Freitag ungemütlich nass werden könnte und wir am Samstag Geduld haben müssen. Und das hat sich gelohnt.

Tag 2 – Etappe 1: Von der Winnebachseehütte zur Ernst-Riml-Spitze (2.507 m)

Am Samstagmorgen war der Blick aus dem Fenster unseres Zimmers vielversprechend. Wir hatten die Bachfalle direkt im Blick – ohne Nebel. Am Vorabend ist uns das aufgrund des Nebels gar nicht aufgefallen. Am Vormittag wurde es aber doch noch ein kühles Nebelspiel. Die Räuberinnen haben alle vorhandenen Kleidungsschichten inklusive Handschuhe getragen. Los ging’s gut eingepackt zur Ernst-Riml-Spitze (2.507 m), sozusagen dem Hausgipfel der Winnebachseehütte. Auf dem Wegweiser an der Hütte ist der Gipfel mit 30 Minuten Gehzeit angegeben. Der Weg zur Ernst-Riml-Spitze ist für Kinder ein Traum. Große Felsblöcke, ein steiniger Pfad und einige Steintreppen – es wird nicht langweilig. Dafür geht es nach dem ersten Stück über die Felsblöcke gleich mit 26-27% Steigung bergauf weiter.

Blick auf die Bachfalle

Samstagmorgen: Blick auf die Bachfalle vom Bett. Nicht schlecht.

Von der Winnebachseehütte zur Ernst-Riml-Spitze

Wo ist die nächste Wegmarkierung?

Und wie konnte es anders sein, die große Räuberin brauchte nach den ersten Metern steil bergauf wieder ihre obligatorischen fünf Minuten in der Kraxe. Danach ist sie tapfer bergauf gewandert. Der Weg wurde auch wieder einfacher und als sie das Gipfelkreuz sehen konnte, ging es sowieso von allein. Aus den 30 Minuten angegebener Gehzeit wurden für uns so knapp 75 Minuten. Hast du eine Faustformel für die Berechnung der geschätzten Gehzeit mit selbst laufendem Kindergartenkind? Ich verdopple derzeit die Angaben der Wegweiser und liege damit meist ganz gut.

Nebelspiel und Bachfalle

Ernst-Riml-Spitze

Die Gipfelfamilie fast komplett.

Tag 2 – Etappe 2: Von der Ernst-Riml Spitz zum Bachfallenferner (auf ca. 2.700 m)

Nach einer Brotzeit und einer Spielpause an den Felsblöcken am Gipfel hieß es wieder Kraxen „aufsatteln“. Die große Räuberin durfte in der Kraxe pausieren. Ungefähr 200 Höhenmeter lagen bis zum Gletscher „Bachfallenferner“ noch vor uns und wir haben dafür knapp eine Stunde benötigt. Nach einem kurzen flachen Stück hinter der Ernst-Riml Spitz geht es anschließend steil bergauf. Die Steigung lag zwischenzeitlich bei 30-31% und mit der kleinen Räuberin auf meinem Rücken war das mühsam. Dafür ist das letzte Stück hinunter zum Gletscher dann wieder unglaublich schön und einfach beeindruckend.

Zum Bachfallenferner

Der Bachfallenferner weckt hochalpine Gefühle

Der Bachfallenferner weckt hochalpine Gefühle. Und mittlerweile gibt es auch ein paar Sonnenstrahlen für uns.

Bachfallenferner

Leider gehört unter den Gletschern der Bachfallenferner derzeit zu einem der größten Verlierer des Klimawandels. Laut Gletscherbericht 2016/2017 ist er im Berichtszeitraum fast 34 Meter geschrumpft. Der Durchschnitt liegt bei 25 Meter. Die alten Bilder vom Bachfallenferner auf dem Bericht der DAV Sektion Hof hier sind beeindruckend und stimmen nachdenklich, wie das wohl weiter geht. Wir haben der Großen während der Wanderung vom Gletscher erzählt. Sie war sehr gespannt und konnte es kaum erwarten, Gletschereis zu berühren und darauf zu stehen. Natürlich hat sie mit meinem Mann die Wanderung noch bis auf den Gletscher verlängert bevor es wieder bergab zurück zur Winnebachseehütte ging. Es war ein wunderbares Erlebnis, diese Momente in nicht ganz alltäglicher Natur mit ihr teilen zu können. Die kleine Räuberin war nicht ganz so beeindruckt, aber immerhin kommentierte sie mit „Eis“ und „kalt“ beim Berühren des Gletschereises.

Bachfallenferner Gletschereis

Besondere Familienmomente auf 2.700 m.

Sechs Stunden nach Start unserer Wanderung waren wir am Nachmittag wieder zurück an der Winnebachseehütte. Anschließend wurden die Schaukeln von den Räuberinnen okkupiert und dafür sogar der leckere Kuchen ausgelassen. Aber so blieb mehr für mich.

Hüttentour mit Kindern und das Thema Schlafen

Wir haben uns als Familie mit kleinen Kindern auf der Winnebachseehütte sehr wohl gefühlt. Hüttenwirt Michael samt Familie und Team waren alle sehr nett und aufmerksam gegenüber den Räuberinnen. Am schönsten war für uns die entspannte Schlafsituation. Über unsere Übernachtung auf dem Stripsenjochhaus hatte ich bereits berichtet, dass wir in einem 4-Bett-Zimmer mit zwei Doppelstockbetten übernachtet haben. Das war für mich und die kleine Räuberin absolut nicht ideal. Bei der Hüttenreserverierung auf der Winnebachseehütte hatte ich uns als Familie mit kleinen Kindern angemeldet und den Wunsch nach einem kleinen Lager (4-5 Personen) oder Familienzimmer geäußert. Das konnte mir bei der Reservierung zwar nicht verbindlich garantiert werden, aber es wurde vermerkt.

Unser Wunsch wurde berücksichtigt. Wir haben zu Viert die „Ernst-Riml-Spitze“ bekommen. Ein Lager (oder doch Zimmer? Wir sind uns nicht ganz sicher.) für 5 Personen mit einem Einzelbett und 2 Doppelbetten/-matrazen übereinander, also im Stile eines Doppelstockbetts aber eben für 2 Personen je Ebene. Das war für uns absolut genial. Wir hatten dieses Zimmer beide Nächte für uns allein und haben sehr entspannt geschlafen. Die große Räuberin mit meinem Mann oben und ich mit der kleinen Räuberin unten. Und den Blick auf die Bachfalle habe ich ja bereits erwähnt.

Tag 3: Genusswanderung ins Winnebachkar und der Abstieg zurück ins Ötztal

Am Sonntagmorgen hat uns dann wie prognostiziert traumhaftes Bergwetter erwartet. Strahlend blauer Himmel und keine einzige Wolke in Sicht. Endlich konnten wir die schöne Bergkulisse um die Winnebachseehütte vollumfänglich bewundern. Eine richtige Bergtour wie beispielsweise auf den Gänsekragen (2.915 m) war am Sonntag zeitlich nicht drin, denn irgendwann am Nachmittag mussten wir wieder im Tal am Parkplatz sein. Wir haben uns entschieden entspannt und ohne festes Ziel Richtung Winnebachkar zu wandern. Im Winnebachkar teilt sich der Weg. Ein Weg über das Zwiselbachjoch zur Schweinfurter Hütte, der andere über das Winnebachjoch zum Westfalenhaus. Nichts was für uns momentan mit kleinen Kindern machbar ist, aber ein bisschen träume ich seitdem von einer mehrtägigen Hüttentour ohne Kinder in diesem Gebiet.

Winnebachkar

Wir sind dem Weg Richtung Zwiselbachjoch gefolgt. Nach ungefähr einer Stunde und nicht ganz 150 Höhenmetern mit der selbst laufenden großen Räuberin haben wir einen Felsblock als idealen Picknickplatz und Ziel auserkoren. Die Bergkulisse war einfach traumhaft und hat nach dem Gletscherlebnis nochmals hochalpine Gefühle geweckt. Es braucht nicht immer einen Berggipfel für derartige Glücksgefühle. Ich weiß gar nicht, wann mir die Brotzeit das letzte Mal so gut geschmeckt hat. Die Dreieinhalbjährige ist auch den Weg wieder zurück zur Winnebachseehütte selbst gelaufen. Nach einem kurzen Klo- und Wassernachfüll-Stopp ging es bergab zurück ins Tal. Für den Abstieg haben wir mit zwei schlafenden Räuberinnen in der Kraxe eineinhalb Stunden benötigt.

Hier lässt es sich aushalten

Hier lässt es sich aushalten!
Blick auf den Bachfallenkopf (3.176 m), rechts daneben der Längentaler Weißer Kogel (3.217 m), der Bachfallenferner davor (größtenteils verdeckt) sowie die Vordere (3.120 m) und Hintere Putzenkarschneide (3.073 m) ganz rechts.

Hüttenwochenende auf der Winnebachseehütte mit Kindern – mein Fazit

Wir haben ein sehr schönes Hüttenwochenende auf der Winnebachseehütte verbracht. Die drei Tage waren mal wieder intensive Familien- und Draußenzeit und wir sprechen auch fast drei Wochen später noch täglich davon. Die 700 Höhenmeter im Aufstieg zur Hütte waren meine persönliche Grenze für eine Bergwanderung mit der knapp 16 kg schweren Kraxe auf dem Rücken, aber die Anstrengung hat sich gelohnt. Ich habe es sehr genossen, mal wieder annähernd hochalpin unterwegs zu sein und konnte nicht oft genug auf die zahlreichen 3.000er Gipfel blicken. Ich möchte auf jeden Fall wieder kommen. Vielleicht im Winter mit Ski für einige Ski-Hochtouren oder für eine mehrtägige Hüttenwanderung in diesem beeindruckendem Gebiet der Stubaier Alpen.

Blick auf die Winnebachseehütte

Blick auf die Winnebachseehütte auf dem Rückweg von der Ernst-Riml-Spitze zur Hütte.

Schaukeln mit Traumblick

Schaukelköniginnen mit Traumblick

Auch die beiden Räuberinnen hatten meinem Gefühl nach eine richtig gute Zeit. Selbst über das Anfangs schlechte Wetter gab es keine Beschwerden und wie selbstverständlich wurden mehrere Kleidungsschichten angezogen. Ein absolutes Highlight für beide waren definitiv die zwei Schaukeln vor der Hütte. Ohne Schaukeln ging vor und nach einer Wanderung nichts. Die dreieinhalbjährige Räuberin ist an den drei Tagen ingesamt um die 750 Höhenmeter bergauf selbst gewandert, das finde ich klasse. Am Sonntag hatten wir leider keine Zeit mehr für ein ausgiebiges Planschen am/im Winnebachsee hinter der Hütte. An warmen Sommertagen ist der See ein idealer (Wasser)Spielplatz für Kinder.

Winnebachsee

Der Winnebachsee hinter der Hütte ist an einem warmen Sommertag eine wunderbare Abkühlung.

Mehr zum Thema Hüttentour mit Kindern auf dem Blog:

 

Transparenz: Dieser Bericht wurde nicht von der Winnebachseehütte oder einer anderen Organisation unterstützt. Ich beschreibe unsere persönliche Erfahrung und Meinung.

Teile diesen Beitrag hier

2 Kommentare

  1. Pingback: Hüttenübernachtung mit Kindern auf dem Stripsenjochhaus im Wilden Kaiser | Gipfelfamilie

  2. Pingback: Hüttenübernachtung mit Kleinkind auf der Schönfeldhütte am Spitzingsee | Gipfelfamilie

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*