Wohnmobilreise mit Kindern im Südwesten der USA: 14 Tage Rundtour Colorado Plateau

Im September 2018 waren wir 2 Wochen mit dem Wohnmobil im Südwesten der USA unterwegs. Das war meine erste Wohnmobil-Tour überhaupt und nicht nur deswegen, war ich bereits Monate vor dem Urlaub gespannt, wie es uns ergehen würde. Eine 14-tägige Wohnmobilreise mit Kindern ohne Wohnmobilerfahrung, kann man das machen? Und dann gleich in den USA: wie klappt der Langstreckenflug mit Kleinkind und Kindergartenkind bis Phoenix (Arizona)? Werden die zwei Räuberinnen im Flugzeug schlafen können? Diese und andere Fragen haben mich in der Vorbereitung intensiv beschäftigt.

Wohnmobilreise mit Kindern – Auf ins Abenteuer

Eine vergleichbar lange (insgesamt 3 Wochen) und abenteuerliche Reise hatten wir als Familie mit Kindern noch nicht gemacht. Dreiwöchige Reisen kennen mein Mann und ich mit Zielen wie Australien, Namibia und Patagonien nur aus der Zeit vor den Kindern. Eine Elternzeitreise gab es bei uns auch nicht, denn mein Mann hat keine Elternzeit genommen. Jetzt hätten wir die Wohnmobilreise mit zwei kleinen Kindern auch erstmal in Deutschland oder Europa „üben“ können, zumindest über ein Wochenende. Aber irgendwie kam das für uns auch nicht in Frage. Wir waren beide positiv gestimmt. „Das wird gut werden“, denn immerhin haben wir zwei „Draußenkinder“, die mit uns schon das ein oder andere kleine Outdoorabenteuer, z.B. auf Berghütten, erlebt und dabei eine gute Zeit hatten. Als wir ein paar Wochen vor Abreise eine Familie mit eigenem Wohnmobil zum Wandern getroffen haben und eine kleine „Führung“ bekommen haben, war die große Räuberin bereits Feuer und Flamme. Sie konnte es kaum erwarten „ihr Wohnmobil“ zu sehen.

Inhaltsverzeichnis

Abenteuer Wohnmobilreise mit Kindern

Das Colorado-Plateau

Aber wie sind wir eigentlich auf das Colorado-Plateau im Südwesten der USA gekommen? Wahrscheinlich sagt das sich über die US-Bundesstaaten Arizona, Utah, Colorado und New Mexico erstreckende Colorado-Plateau (Colorado-Hochebene) den meisten erstmal nichts. Arches National Park, Canyonylands National Park, Bryce Canyon National Park und Zion National Park dafür umso mehr. Das Colorado-Plateau liegt westlich der Rocky Mountains im Südwesten der USA und besteht aus mehreren Hochebenen. Mit 337.000 km ist die Region fast so groß wie Deutschland und hat seinem Namen dem Colorado River zu verdanken, der samt Nebenflüsse die Region entwässert. So viel zur geografischen Einordung, aber das beantwortet die Frage noch nicht.

Ich habe während meiner Schulzeit ein Schuljahr als Austauschschülerin in Arizona verbracht. Bis heute stehe ich in regelmäßigen Kontakt mit meiner ehemaligen Gastfamilie und meine Gast-Mom feierte im September einen runden Geburtstag. Da mein Mann und ich noch nie gemeinsam bei Ihnen in Arizona waren und es bisher keine Gelegenheit gab, ihnen die kleine Räuberin persönlich vorzustellen, haben wir uns Ende 2017 damit beschäftigt ob wir im September 2018 mehrere Wochen „drüben“ verbringen. Mein Mann hatte als Jugendlicher bereits eine mehrwöchige Wohnmobil-Tour mit seinen Eltern und Geschwistern im Südwesten der USA unternommen und beiläufig die beeindruckenden National Parks Arches, Bryce Canyon und Zion erwähnt. So bin ich auf das Colorado-Plateau, mit der Möglichkeit von Phoenix (Arizona) eine Rundtour durch Teile der Hochebene zu fahren, gestoßen.

Wohnmobilreise mit Kindern in USA: Unsere Route im Südwesten der USA

Insgesamt haben wir drei Wochen in den Vereinigten Staaten verbracht und waren davon 14 Tage mit dem Wohnmobil unterwegs. Wir sind an einem Dienstagabend in Phoenix gelandet und haben den folgenden Mittwoch und Donnerstag erst einmal zum „Ankommen“ bei meiner ehemaligen Gastfamilie genutzt. Das war rückblickend keine schlechte Entscheidung, denn an beiden Tagen war unsere Nacht um 4 Uhr früh beendet – und das war hart verhandelt und heraus gezögert mit den Räuberinnen. Jetlag lässt grüßen.

  • Die Route unserer ersten Wohnmobilreise mit Kindern führte uns von Phoenix (Arizona) nach Norden. Erster Stopp Monument Valley.
  • Nach einer Nacht ging es weiter in die Gegend von Moab (Utah). Mit Arches National Park, Canyonlands National Park, Dead Horse Point State Park und jeder Menge cooler Plätze rund um Moab inmitten der beeindruckenden roten Fels-Landschaften, kann die Kleinstadt Moab und ihre Umgebung auch als riesiger (und staubiger) Abenteuer-Spielplatz bezeichnet werden. In der Umgebung von Moab haben wir 3,5 Tage verbracht.
  • Von dort ging es dann weiter zum Capitol Reef National Park (NP). Eine Nacht im wunderbaren Fruita Camp war definitiv zu wenig und wir haben den Capitol Reef NP nur gestreift.
  • Weiter ging es Richtung Bryce Canyon National Park, zunächst mit einem Übernachtungsstopp im Kodachrome Basin State Park.
  • Am nächsten Morgen sind wir sehr früh in den nicht mehr weiten Bryce Canyon NP aufgebrochen und haben dort die nächsten 1,5 Tage verbracht.
  • Unser letztes Nationalpark-Ziel war der Zion National Park, in dem wir 2,5 Tage verbracht haben.
  • Über die Zwischenstopps  Lake Powell bei Page mit einem Besuch im Canyon X sowie der letzten Nacht im Wohnmobil bei Flagstaff sind wir wieder zurück nach Phoenix gefahren.

Ankommen in Phoenix

Phoenix liegt im „Valley of the Sun“ in der Sonora Wüste. Bei trockenen 35 Grad Celsius und intensiver Sonne war es im September immer noch sehr warm. Die Räuberinnen haben es genossen, endlos im Pool „floaten“ zu können und dabei nicht auszukühlen. In unseren nahen (Berg)Seen gehören wir alle eher zur Kategorie Frostbeule. Um die Mittagszeit ließ es sich tatsächlich kaum draußen aushalten. Da mussten Indoor-Aktivitäten in klimatisierten Bereichen her. Im Children’s Museum of Phoenix haben wir beispielsweise eine schöne Zeit verbracht. Dort wird den Kindern ein Mischung aus Indoor-Spielplatz, Kinder-Werkstatt und Mini-Welt geboten. Auch im OdySea Aquarium in Scottsdale haben wir uns ein paar Stunden vergnügt, auch wenn für mich persönlich das Preis-Leistungsverhältnis des Tagestickets (38 USD Erwachsene, 28 USD für Kinder ab 2 Jahren) nicht ganz passt.

Poolspaß in Phoenix

Perfekter Urlaubsstart für die Kinder: endloser Poolspaß in Phoenix ohne auszukühlen.

Wir haben also die ersten zwei Tage nicht nur zum Ankommen in der Zeitzone, sondern auch zur Gewöhnung an das heiße Klima genutzt. Am Donnerstagnachmittag haben wir endlich unser Wohnmobil abgeholt und den ersten Großeinkauf erledigt, damit wir am Freitagmorgen direkt mit dem Wohnmobil in Richtung Norden starten konnten. Ich bin rückblickend sehr froh, dass dieser erste Einkauf bei Target in Phoenix (Walmart wäre auch eine Alternative gewesen) etwas größer ausfiel. Viele Sachen wie Reis, Nudeln, Tomatensauce, Zwiebeln, Kekse und andere Snacks haben uns als Vorrat lange begleitet. Wir haben deutlich mehr für Lebensmittel ausgegeben, wenn wir sie unterwegs in den meist kleinen lokalen Läden nachkaufen mussten.

USA Südwest Wohnmobilreise mit Kindern – Etappe 1: Von Phoenix ins Monument Valley

Am dritten Tag unseres Urlaubs stand der erste Tag mit dem Wohnmobil bevor und wurde mit knapp 300 Meilen (ca. 480 km) gleichzeitig der längste Fahrtag des ganzen Trips. Auto fahren war bei den Räuberinnen nur in den ersten Baby-Monaten problematisch, sofern wir den Müdigkeitspunkt vorher deutlich „verpasst“ hatten. Dann fanden beide ihre Babyschale ziemlich uncool. Da meine Mama knapp 4 Stunden entfernt von uns wohnt, sind beide mittlerweile an etwas längere Autofahrten gewöhnt und wir schaffen die Strecke oft auch ohne Pause.

Die ersten Stunden im Wohnmobil (Womo) oder besser der erste Fahrtag liefen dann allerdings so gar nicht nach Plan. Wobei einen richtigen Plan gab es gar nicht. Da es unsere erste Wohnmobilreise mit Kindern war, hatten mein Mann und ich keine speziellen Erwartungen. Trotzdem hatte ich dann sehr mit der Situation zu kämpfen. Beide Räuberinnen waren bereits nach kurzer Zeit sehr unzufrieden mit ihrer Position hinten am Tisch – trotz Musik und tiptoi Buch was bei längeren Autofahrten zu Hause immer prima funktioniert. „Warum funktioniert das bloß hier nicht?“ Klar, die Räuberinnen saßen im Vergleich zum Auto deutlich weiter hinten. Dazu war die Position der Großen im Kindersitz zu aufrecht und dadurch unbequem. Irgendwann war die kleine Räuberin dann doch eingeschlafen, aber daraus wurde leider nur ein kurzes nicht ausreichenden Nickerchen. Beim nächsten Tankstopp war sie wieder wach.

Spritztour mit Aussicht: Laufrad fahren im Monument Valley

Endlich Bewegung! Spritztour mit Aussicht im Monument Valley.

Am späten Nachmittag hatten wir es aber endlich geschafft und sind am Campingplatz „The View“ angekommen. Von unserem Stellplatz hatten wir direkten Blick auf die markanten „Mittens“ sowie den „Merrick Butte“ im Monument Valley. Sofort wurden die Laufräder entladen und wir haben eine kleine Erkundungstour auf dem Gelände gedreht. Endlich Bewegung! Bald war es Zeit für unser erstes im Wohnmobil zubereitetes Abendessen. Ein Camping Klassiker und für die Kinder definitiv das Highlight des Tages: Nudeln mit Tomatensauce.

USA Südwest Womo Tour – Etappe 2: Von Monument Valley nach Moab (Utah)

Die erste Nacht im Wohnmobil verlief unproblematisch und ruhig. Die Räuberinnen haben am Abend aufgrund der aufregenden Umgebung etwas länger als „normal“ zum Einschlafen gebraucht, aber dann gut geschlafen. Ich durfte am Morgen sogar alleine den spektakulären Sonnenaufgang zwischen den „Mittens“ bewundern. Die Mädels haben den Sonnenaufgang verschlafen und mein Mann war gerade Zähne putzen. Letzteres war definitiv kein gutes Timing ;-).

Sonnenaufgang im Monument Valley.

Magisch. Sonnenaufgang im Monument Valley.

Nach dem ersten Frühstück am WoMo sind wir von unserem Stellplatz zum Visitor Center spaziert. Außerdem waren wir für die große Räuberin noch auf der Suche nach einem „echten“ Indianer. Am Visitor Center starten die von Einheimischen angebotenen Jeep-Touren auf dem Scenic Drive durch das Monument Valley. Wir haben eine Weile den Geländewagen beim Starten zugeschaut und die große Räuberin war ziemlich fasziniert von den Navajos, vor allem von den meist langen Haaren der Männer.

Blick Monument Valley

Am späten Vormittag sind wir Richtung Moab aufgebrochen, denn es lagen noch knapp 150 Meilen bis Moab (Utah) vor uns, dem Tor zu den National Parks Canyonlands und Arches. Zum Glück war das nur die Hälfte der Strecke des ersten Fahrtags, aber es hat sich auf teils schmaler und auch holpriger Landstraße mit dem Wohnmobil doch gezogen. Während mein Mann hinten die Kinderbespaßung übernommen hat, habe ich Gas gegeben. Diese Aufteilung hatte sich nach den großen Stimmungsschwankungen am ersten Fahrtag als die beste Lösung für uns vier ergeben. Das erste Teilstück der Fahrt bis Mexican Hat war gespickt von beeindruckenden Felsformationen in rot und orange neben der Straße. Wirklich wunderschön.

4 Tage in der Umgebung von Moab (Utah)

Ursprünglich hatten wir für unseren zweiten Reisetag eine erste kleine Wanderung bei Moab zu einem Wasserfall geplant. Da wir aber erst am Nachmittag in Moab angekommen sind und ein kurzer Supermarkt Stopp notwendig war, haben wir auf einen zeitlichen Stressfaktor verzichtet und sind nach einem kurzen Einkauf direkt weiter zum Campingplatz gefahren. Da ich im Frühjahr kein Glück hatte, noch einen Campingplatz auf dem Devils Garden Campground direkt im Arches National Park für uns zu ergattern, haben wir uns für das Kayenta Camp im Dead Horse Point State Park als „Basisstation“ für unsere Zeit in der Umgebung von Moab entschieden.

Der Kayenta Campingplatz ist wunderschön und eine absolute Empfehlung. Von Moab sind es allerdings knapp 45 Minuten Fahrtzeit bis zum Campingplatz und dementsprechend fast die gleiche Zeit liegen zwischen dem Camp und dem Eingang zum Arches National Park. Logistisch liegt er damit für Aktivitäten in Arches sowie Einkaufen in Moab nicht ganz ideal, was wir in den Folgetagen mehrmals gemerkt haben. Wir haben jedoch drei wunderschöne Abende im ruhigen Kayenta Camp verbracht und für die Räuberinnen war der riesige rote „Sandkasten“ direkt neben dem Wohnmobil ein Highlight.

Dead Horse Point State Park Kayenta camp

Für die einen der Zeltplatz, für die anderen ein Sandkasten.

Wandern mit Kindern im Canyonlands National Park

An unserem dritten Reisetag haben wir endlich das erste Mal unsere Wanderschuhe geschnürt und einen langen Tag im unglaublich beeindruckenden Canyonlands National Park verbracht. Dieser Tag gehört bis heute zu meinen persönlichen Reise-Highlights. Im sogenannten „Island in the Sky“ District des Canyonlands National Parks sind wir zum Grand View Point gewandert. Ein toller und abwechslungsreicher Panoramaweg mit atemberaubenden Ausblicken in die Schluchten und mit 2 Meilen (3,2 km) als Rundtrip ideal für kleine Wanderer.

Wir hatten für den Tag noch den Whale Rock sowie den Mesa Arch auf unserer Trail-Liste. Nach einer dank Klimaanlage etwas abkühlenden Rundfahrt im Womo durch den restlichen Island in the Sky District mit einigen Fotostopps sowie einem ausgedehnten Picknick war es bereits später Nachmittag und wir haben uns für den kürzeren Weg (1 km Rundweg) zum Mesa Arch entschieden. Der Felsbogen ist angeblich in den frühen Morgenstunden zum Sonnenaufgang ein Highlight im Canyonlands NP. Die Sonne geht sozusagen im Felsbogen auf und das Licht soll spektakulär sein (einfach mal googeln). Am späten Nachmittag war das Licht nicht wirklich ideal für Fotos, dafür war der Trail nicht überlaufen und wir hatten tatsächlich auch ein paar Minuten am Mesa Arch allein für uns.

Canyonlands National Park

Faszinierende Ausblicke im Canyonlands National Park.

Obwohl wir kurz nach 10 Uhr zur ersten Wanderung aufgebrochen sind und erst nach 18 Uhr den National Park verlassen haben, konnten wir mit Kleinkind und Kindergartenkind wandernd nur zwei Trails an diesem Tag wandern. Die Fahrtstrecken im Park hatten wir sicher etwas unterschätzt, aber ansonsten kaum Zeit „vertrödelt“. Wir hätten vermutlich noch einen halben Tag, besser gleich einen kompletten zweiten Tag im wunderschönen Canyonlands NP verbringen können. Mir hat der National Park auch deshalb so gut gefallen, weil er nicht so überlaufen war wie beispielsweise Arches, Bryce Canyon oder Zion. Die Trails zum Grand View Point und Mesa Arch sind absolut kindertauglich, nur der wenige natürliche Schatten kann bei intensiver Sonneneinstrahlung ein Problem werden. Sonnenhüte, Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor, ein großer Wasservorrat im Rucksack und viele Pausen sind Pflicht. Auch der Whale Rock soll empfehlenswert mit jüngeren Kindern sein, leider mussten wir darauf verzichten.

am Nachmittag am Mesa Arch

Familie im Arch Teil 1. Am späten Nachmittag am Mesa Arch.

Wandern mit Kindern im Dead Horse Point State Park

Am vierten Reisetag haben wir das Wohnmobil zunächst stehen gelassen und sind direkt vom Kayenta Camp losgewandert. Der West Rim Trail führt am Campingplatz vorbei zum Dead Horse Point Overlook, dem Wahrzeichen des Parks. Die kompletten 2.5 Meilen (4 km) einfach bis zum Overlook und wieder zurück zum Camp zu wandern war für uns utopisch, da wir nur eine Kraxe dabei hatten. Außerdem war es sehr warm. Die Sonne war bereits am Vormittag sehr intensiv und es gibt auf dem Weg kaum Schatten. Wir wollten einfach schauen, wie weit wir kommen.

Unterwegs im Dead Horse Point State Park

Unterwegs im Dead Horse Point State Park: so macht Wandern auch den jüngsten Spaß. Kleine und große Höhlen, Felsen zum Klettern und roter Sand soweit das Auge reicht.

Am Ende sind wir ungefähr die Hälfte des West Rim Trails bis zum Shafer Canyon Overlook gelaufen und wieder umgekehrt. In den Mittagsstunden wurde es drückend heiß und die intensive Sonne ohne Schatten machte uns langsam zu schaffen. Das Wohnmobil war entsprechend aufgeheizt kein idealer Pausenort für uns. Da wir sowieso zeitnah einen Besuch im Supermarkt benötigten, haben wir diesen vorgezogen und sind runter nach Moab gefahren. Dank Klimaanlage war es im Womo bald angenehm und die kleine Räuberin hat die Fahrt für ihren Mittagsschlaf genutzt.

Ausblick vom Dead Horse Point in die Schlucht auf den Colorado River.

Ausblick vom Dead Horse Point in die Schlucht auf den Colorado River.

Auf dem Rückweg von Moab sind wir noch zum namens gebendem Dead Horse Point des State Parks gefahren und uns dort noch die Füße vertreten. Den könnte man natürlich auch über den West Rim Trail vom Camp erwandern aber mit dreijährigem selbst laufenden Kind war das zu weit. Rückblickend würde ich den Tag im Dead Horse Point State Park wahrscheinlich einem zusätzlichen Tag in Canyonlands oder Arches vorziehen, da sie beeindruckender und aus meiner Sicht auch kindertauglicher sind. Auch wenn das Kayenta Camp für Tagesausflüge in den Arches NP oder nach Moab nicht ideal gelegen ist, war es für mich dennoch der schönste Campingplatz der ganzen Reise. Aufgrund einer überschaubaren Anzahl an Stellplätzen, die wiederum sehr naturnah gehalten sind, war es sehr ruhig auf dem Gelände. Und die Sonnenuntergänge waren einfach phänomenal.

Den Sonnenuntergang im Campingstuhl genießen.

Den Sonnenuntergang vom Campingstuhl genießen.

Wandern mit Kindern im Arches National Park

Im Arches National Park haben wir eineinhalb voll gepackte Tage verbracht. Es wäre uns vermutlich auch an einem dritten Tag nicht langweilig geworden. Wir haben in den eineinhalb Tagen den Großteil des Nationalparks gesehen. Ich möchte dennoch irgendwann noch einmal wieder kommen, denn Arches hat mich sehr fasziniert. Der von Felsbögen (= arches) und vielen anderen wunderbaren roten Felsformationen gespickte Nationalpark ist wirklich beeindruckend und nicht ohne Grund laut vieler Quellen einer der schönsten National Parks der USA. Aber leider ist er auch sehr voll. Touristen aus aller Welt strömen täglich in Massen in den Park.  Im Gegensatz zum Canyonlands NP waren wir nur auf einem einzigen Trail-Abschnitt auch mal für ein paar Minuten am Stück alleine unterwegs (The Windows Rundtour am späten Nachmittag).

Unterwegs im Arches National Park:

Familie im Arch Teil 2. Am North Window am Nachmittag.

Auf der anderen Seite finde ich, dass der Arches NP ein tolles Ziel für Familien mit kleinen Kindern. Die meisten Trails starten direkt an einem Parkplatz, sind zwischen 0,5 km und 5 km lang und damit auch mit selbst laufenden Kindergartenkindern machbar. Und die Felsbögen sind wirklich für Groß wie Klein beeindruckend. Bereits mit Kindergartenkind kann man phantasievoll über spannende Formen im Fels philosophieren. Auch die als „difficult“ eingestufte Wanderung zum Delicate Arch ging mit den Räuberinnen super, wobei sogar die Kleine den Großteil des Hinweges selbst gelaufen ist. Wir haben lediglich auf die komplette Devils Garden Trail Rundwanderung (ca. 12km) mit Double O Arch sowie Fiery Furnace (nur mit Ranger) verzichtet. Wie ich bereits beschrieben habe, hatten wir in der Gegend von Moab im September nochmal richtig heiße Tage erwischt. Wir mussten unsere Wanderungen möglichst früh starten um zur Mittagshitze irgendwo im Schatten pausieren zu können. Auch im Arches gibt es kaum natürlichen Schatten auf den Trails.

Passt kaum aufs Foto und einfach spektakulär: der Delicate Arch.

Familie im Arch Teil 3. Passt kaum aufs Foto. Einfach spektakulär. Der Delicate Arch am Vormittag.

USA Südwest Womo Tour – Etappe 3: Von Moab zum Capitol Reef National Park

Nach einer gelungenen Vormittagswanderung zum spektakulären Delicate Arch haben wir etwas traurig gegen Mittag Arches und die Gegend um Moab verlassen. Unser nächstes Etappenziel war der knapp 250 km entfernte Capitol Reef National Park. Der Fahrnachmittag verlief wie die bisherigen beiden Fahrtage wieder etwas „holprig“ im Wohnmobil. Bis heute ist es mir ein Rätsel, warum die dreieinhalbjährige Räuberin nach dem Aufstehen um 6 Uhr morgens und einer dreistündigen Wanderung am Vormittag bei intensiver Sonne, nicht einfach ein Stündchen Mittagsschlaf während der Fahrt gemacht hat. Also wenn ich sie gewesen wäre, dann… schnarch schnarch ;-). Am späten Nachmittag sind wir dennoch gut im richtig grünen Fruita Campground angekommen. Was für ein Kontrast nach den letzten Tagen inmitten von all den roten bis orangen Gesteinsformationen.

Grünes Kontrastprogramm im Fruita Camp im Capitol Reef National Park

Grünes Kontrastprogramm im Fruita Camp im Capitol Reef National Park: Birnen und Äpfel ernten in Begleitung von Rotwild (Bildmitte).

Den nächsten Morgen haben wir im Fruita Camp sehr entspannt angehen lassen. Ohne Wecker, ohne Eile. Während meiner Recherche zur Urlaubsvorbereitung hatte ich oft über das historische Gifford House gelesen, in dem richtig gutes Brot und leckere Pies verkauft werden. Davon wollte ich unbedingt probieren. Und was soll ich sagen: sehr sehr sehr lecker! Die Pies waren noch leicht warm purer Genuss zum Frühstück und auch das Brot war super. Davon haben wir gleich noch etwas Vorrat für die Wanderung mitgenommen. Ein Tipp: im Gifford House früh dran sein lohnt sich!

Hickman Bridge im Capitol Reef National Park.

Hickman Bridge im Capitol Reef National Park.

Der Capitol Reef NP ist auf unserer Reise definitiv einen Tag zu kurz gekommen. Beim nächsten Mal würde ich hier nicht nur eine Nacht als Durchgangsstation einplanen, sondern auf zwei oder drei Nächte im entspannten Fruita Camp erhöhen. Aber wir waren an eine Camp Reservierung im Zion National Park gebunden, mit der wir viel Glück hatten. Dieser fixe „Zieltermin“ für die Ankunft in Zion dirigierte ein bisschen die Tage auf dem Weg dorthin. So blieben uns im Capitol Reef bis zum frühen Nachmittag ein paar Stunden für eine Wanderung in dieser tollen Gegend, bevor es weiter gehen sollte in Richtung Bryce Canyon NP. Wir hatten uns für die Wanderung zur Hickman Bridge (1,4 km einfach) entschieden. Eine schöne Tour, teilweise durch ein ausgetrocknetes Flussbett, die Lust auf mehr in dieser Gegend machte.

Unterwegs im Capitol Reef National Park

Unterwegs im Capitol Reef National Park

USA Südwest Womo Tour – Etappe 4: Vom Capitol Reef NP zum Kodachrome Basin State Park & Bryce Canyon

Nach der Wanderung zur Hickman Bridge und einer Brotzeit am Wohnmobil ging es weiter in Richtung Bryce Canyon National Park. Die Fahrt auf dem Scenic Byway 12 war beeindruckend. Ein Highlight war neben unzähligen schönen Aussichten, plötzlich durch einem wunderbar herbstlich grün-gelben Birkenwald des Dixie National Forest zu fahren. Stimmt, es war ja Herbst.  Aber so plötzlich wie das Waldstück gekommen ist, so schnell war es wieder vorbei und die teils steppenartige und dann wieder felsige Landschaft in rot-orange hatte uns wieder.

Ich hatte mich bei der Planung für eine Übernachtung im Kodachrome Basin State Park kurz vor dem Bryce Canyon entschieden. Der Park und vor allem der Campingplatz wird online sehr gelobt. Im Frühjahr 2018 konnte ich noch den hintersten Stellplatz (#12), angeblich der schönste, im Camp reservieren. Und der Platz war wirklich schön. Wir hatten absolute Ruhe und am Abend einen faszinierenden Sternenhimmel über uns. Das Highlight für mich waren aber eigentlich die Duschen. Fünf heiße und staubig-sandige Tage ohne Duschen lagen hinter uns. Da waren die sehr sauberen Sanitäranlagen mit Regen-Duschen (!) ein kleiner Traum. Wir hatten zwar einen Mini-Duschraum im Wohnmobil, aber die Dusche wollten und konnten wir aus Wasserhaushalts-Gründen nicht überstrapazieren. Katzenwäsche war also Programm.

Kodachrome Basin State Park

Ankunft auf dem Stellplatz im Kodachrome Basin State Park. Schon bald verschwindet die Sonne hinter den Felsen.

Vom Kodachrome Basin State Park haben wir letztendlich bis auf den Campingplatz und die Anfahrt dorthin am Nachmittag nichts gesehen. Auch in diesem Park gibt es schöne Wander-Trails, wofür unsere Zeit am späten Nachmittag nicht reichte. Am nächsten Morgen haben wir noch im Dunkeln den Park verlassen, denn wir wollten früh im Bryce Canyon National Park sein (Fahrtzeit ca. 45 Minuten). Als Durchgangsstation mit nur einer Übernachtung ohne Zeit zum Wandern und einem frühen Aufbruch am nächsten Morgen, wird man dem Kodachrome Basin State Park nicht gerecht. Auch hier würde ich beim nächsten Mal mindestens einen halben bis ganzen Tag bleiben und die Trails erkunden.

Wandern mit Kindern im Bryce Canyon National Park

Am frühen Morgen waren wir das zweite Wohnmobil auf dem großen Parkplatz (Shuttle Parking and Boarding Area) in Bryce Canyon City, von dem die Bus Shuttles starten um im 10-15 Minuten-Takt die Touristenströme in den Bryce Canyon National Park bringen. Der Fahrbetrieb der Shuttles startete 8 Uhr und wir hatten bis dahin noch Zeit für ein Müsli-Frühstück im Womo. Der Park ist nicht autofrei, aber für Wohnmobile sind Parkplätze rar und ggf. gibt es Fahrverbote ab dem Visitor Center. Auch für Autos ist die Parksituation im Park aufgrund der hohen Besucherzahl schwierig. Wir haben mit dem kostenlosen Shuttle Service sehr gute Erfahrungen gemacht. Und für die Räuberinnen war das Bus fahren definitiv das größere Highlight als die  „Hoodoos“ (Felsnadeln).

Bryce Canyon Blick vom Sunset Point

Was für ein wunderbarer Blick vom Sunset Point am Morgen. Von hier oben ging es runter zwischen die Felsnadeln.

Mit dem Shuttle sind wir bis zum Sunset Point gefahren und in das Bryce Amphittheater abgestiegen. Über die Kombination aus Navajo Loop Trail und Queens Garden Trail sind wir knapp 5 km bis zum Sunrise Point gewandert. Diese Tour gehört zu meinen Top 3 der Reise. Der Abstieg vom Sunset Point runter zwischen die faszinierenden Felsnadeln war beeindruckend, wie eigentliche die ganze Trail-Kombination aus Navajo Loop und Queens Garden Trail. Auch für kleine Wanderer ist das ein schöner Weg. Es gibt immer wieder Bäume oder Felsen am Weg zum Verstecken spielen oder Kletterversuchen und einfach jede Menge roten Sand (und Staub).

Wandern mit Kind im Bryce Canyon

Auf dieser Reise hat die zu dem Zeitpunkt 21 Monate alte kleine Räuberin das selber wandern sehr stark eingefordert und war teilweise nur mit Essen (vorzugsweise Datteln) in der Kraxe zu bestechen. Und das mit dem Wandern war dann so eine Sache – es gab einfach zu viele Steine, kleine Felsen und Ähnliches zum Klettern…

Wandern mit Kindern im Bryce Canyon

Wandern mit Kindern im Bryce Canyon. Als hätten wir von oben ganz viele Zuschauer…

Auf dem Rückweg zum Wohnmobil haben wir noch einen Stopp am Visitor Center eingelegt, um das fast schon obligatorische Junior Ranger Book für die große Räuberin abzuholen. Die Junior Ranger Books gab es in jedem der besuchten Nationalparks. Meist werden diese workbooks für Kinder ab 4 Jahren empfohlen und enthalten Aufgaben für verschiedene Altersgruppen aufwärts. Dabei geht es um Beobachtungen beim Wandern, Wander-Regeln und Wissensthemen. Mit dieser Initiative sollen Kinder für die Natur begeistert und für ein achtsames Verhalten in dieser Natur sensibilisiert werden. Die große Räuberin hat beim Ausfüllen noch etwas Hilfe von uns benötigt, aber die Junior Ranger Books waren ein schöner Zeitvertrieb für kurze Pausen zwischen durch. In Canyonlands sowie Bryce Canyon haben wir es zeitlich nicht geschafft, einen Ranger Vortrag zu besuchen und konnten damit das Buch nicht abschließen. Aber immerhin sind wir mit einer stolzen Junior Rangerin für die Nationalparks Arches und Zion zurück nach Deutschland geflogen.

Bryce canyon kids

Am Nachmittag dringend notwendig: das erste Mal Wäsche waschen auf der Reise.

Zurück am Wohnmobil sind wir vom Parkplatz nur wir ein kurzes Stück auf die andere Straßenseite zum Eingang des Rubys Inn Camp gefahren. Nach einem etwas zähen Check-in Prozess wurde es am Nachmittag Zeit, das erste Mal auf der Reise Wäsche zu waschen. Nicht jeder Campingplatz bietet eine Vollausstattung inkl. Waschmaschinen und so hatte ich diesen „Waschtag“ bereits in der Vorbereitung gezielt geplant. Unser achter Tag mit dem WoMo neigte sich dem Ende zu und unsere Kleidung hatte ich auf ca. 8-9 Reisetage bis zu diesem Waschstopp kalkuliert. Knapp zwei Stunden habe ich unspektakulär am Waschsalon des Rubys Inn Camp verbracht, während mein Mann mit zwei knatschigen Räuberinnen beschäftigt war. Das frühe Aufstehen und die Wanderung hatten doch ihre Spuren hinterlassen.

Bryce Canyon USA

In den nächsten Tag sind wir relativ entspannt gestartet. Für den Vormittag hatten wir uns noch eine kleine Tour im Bryce Canyon NP vorgenommen, bevor es Richtung Zion National Park weiter gehen sollte. Das Womo konnten wir vor dem Rubys Inn Camp parken und standen so direkt an der Bushaltestelle für ein Shuttle. Perfekt. Dieses Mal sind wir bis ins hintere Eck des Nationalparks zum Bryce Point gefahren und von dort auf dem Rim Trail ca. 2,5 km zurück zum Inspiration Point gelaufen. Wir haben uns also die faszinierenden Gesteinsformationen und Felsnadeln nochmal ausführlich von oben angeschaut.

Während wir am Bryce Point noch inmitten großer Touristengruppen standen, waren wir wenige hundert Meter später auf dem Rim Trail fast allein unterwegs. Der Weg ist einfach zu laufen und verläuft fast ausschließlich eben auf gut befestigtem Wege – ein entspannter Spaziergang mit richtig tollen Ausblicken. Trotzdem sind uns nur ein paar andere „tapfere Wanderer“ begegnet. Der Rest scheint am Bryce Point direkt wieder in Bus/Auto gestiegen zu sein, um sich zum nächsten Aussichtspunkt fahren zu lassen. Bryce Canyon NP habe ich als sehr überlaufen wahrgenommen – vor allem an den Parkplätzen und Aussichtspunkten. Dieser furchtbare Auto-/Bus-Tourismus von Aussichtspunkt zur Aussichtspunkt ist mir doch negativ in Erinnerung geblieben. Sobald wir jedoch ein paar hundert Meter gelaufen waren, wurde es entspannter. Auf dem Teilstück des Rim Trails waren wir tatsächlich fast alleine unterwegs.

USA Südwest Womo Tour – Etappe 5: Vom Bryce Canyon NP zum Zion National Park

Nach dem Mittag ging es schließlich wieder on the road zum knapp 135 km entfernten Zion National Park. Das letzte große Ziel auf unserer Reise. Ich wurde bereits wehmütig, denn das Ende unserer ersten Wohnmobilreise mit Kindern rückte unaufhaltsam näher. Und auf dieser Fahrt gab es sogar noch eine Premiere. Die kleine Räuberin hat doch tatsächlich das erste Mal eine Mittagsfahrt komplett für ihren Mittagsschlaf genutzt. Wer hätte das gedacht. Sogar die Große hat ein bisschen geschlafen. Unfassbar. Aber wie das im Leben so ist, klappt nicht immer alles. Bevor wir den berühmten Tunnel kurz vor Zion passieren, wollten wir noch den Canyon Overlook Trail wandern. Leider gibt es nur sehr wenige Parkmöglichkeiten aus Richtung Bryce vor dem Tunnel und erst Recht keine für ein 30 feet Womo. Schade. So haben wir am Nachmittag auf dem Watchman Campground Fahrrad und Laufrad rausgeholt und sind zum Visitor Center spaziert.

The Watchman im Zion National Park

The Watchman im Zion National Park.

Wandern mit Kindern im Zion National Park

Ein Stopp am Visitor Center zur Information über Trails, Wettervorhersage und andere Bedingungen ist in Zion fast Pflicht. Während unseres Besuchs waren viele Trails geschlossen, zum Beispiel auch der Weg zum populären Angels Landing sowie der Hidden Canyon Trail. Letzteren hatten wir uns eigentlich für den nächsten Tag vorgenommen. Das Umplanen fand ich gar nicht so einfach. Es gibt im Zion NP ein paar kurze Trails, die nicht unbedingt auf der Präferenzliste von meinem Mann und mir standen. Und dazu einige anspruchsvolle Touren – aus der Perspektive eines selbst laufenden dreieinhalbjährigen Kindes. Wir hatten auf der Reise nur eine Kraxe für die kleine Räuberin dabei, das heißt jede Tour sollte für die große Räuberin gut machbar sein. Damit lagen wir bei ca. 5 km Strecke und nicht mehr als 200 Höhenmetern. Auch wenn sie vergangenes Jahr schon 300-400 Höhenmeter geschafft hat, haben wir aufgrund der warmen Tagestemperaturen und wenig Schatten lieber pessimistischer geplant.

Auf dem Observation Point Trail im Zion National Park

Auf dem Observation Point Trail im Zion National Park. Beim Wandern mit Kleinkind und Kindergartenkind ist definitiv der Weg das Ziel.

Wie ich bereits geschrieben habe, konnten wir die kleine Räuberin auch nur noch schwer in der Kraxe zufrieden stellen. „Selber laufen“ lief in Dauerschleife, wenn man sie auf dem Rücken hatte. Unterwegs mit fast vierjährigem Kind ist das Wandertempo gemütlich, mit der zwei Jahre jüngeren Schwester waren wir bei sehr sehr gemütlich bis Stillstand. Denn natürlich ist Steine stapeln, klettern und erforschen viel spannender. Wir haben uns letztendlich statt Hidden Canyon Trail für den Observation Point Trail ab dem Shuttle Stopp „Weeping Rock“ entschieden. Was im Bryce Canyon NP noch eine Empfehlung war, ist in Zion Pflicht: als Besucher kommt man nur mit dem Shuttle Bus in den Nationalpark bzw. zu den Trails.

Auf Observation Point Trail im Zion National Park

Wir wussten, dass diese Wanderung mit ca. 13 km und 650 Höhenmetern mehrere Nummern zu groß für uns und die Räuberinnen war. Aber die Trail-Beschreibung im Reiseführer machte uns neugierig und wir wollten den Trail auf jeden Fall ein Stück wandern. Der Weg ist das Ziel – beim Wandern mit Kindern sowieso. Wir sind schließlich auf ungefähr halber Strecke umgekehrt. Ab der Shuttle Haltestelle geht es sofort steil den Berg hinauf – ca. 1,5 km lang in unzähligen Serpentinen um die ersten knapp 250 Höhenmeter zu bezwingen. Die große Räuberin hat dieses Stück total tapfer bewältigt und sich dabei fast nicht beschwert. Sie war tief in unsere Piratengeschichte versunken und wir haben uns den Berg Kurve für Kurve erarbeitet. Das war eine unglaublich tolle Leistung. Und es ging ja noch weiter. Noch ein Tipp, falls du die Tour wandern möchtest: unbedingt morgens starten, denn dann liegt dieser erste steile Anstieg noch komplett im Schatten.

Anschließend führte der Weg durch eine schöne Schlucht, bis es später wieder spürbar bergauf geht. Nach fast 400 Höhenmetern sind wir umgekehrt. Ich hatte mittlerweile die Kraxe inklusive der kleinen Räuberin ein ordentliches Stück getragen und kam langsam an meine Grenzen in der Sonne. Die große Räuberin hatte auch schon auf Papas Schultern Platz genommen, so dass es für uns alle ein guter Zeitpunkt zur Umkehr war. Nach einer Mittagspause auf der Wiese vor der Zion Lodge inklusive Eis, sind wir von dort noch zu den Lower Emerald Pools spaziert. Wir haben nicht mal ein Foto vom Wasserfall gemacht. Das sagt vermutlich alles. Mein persönliches Fazit für Zion: nur auf „richtigen“ Wanderungen mit einigen Höhenmetern kann die Faszination Zion ein Stück weit gespürt werden.

Blick Richtung Angels Landing im Zion National Park

Der Observation Point (nicht mehr auf dem Bild aber rechts oben zu erahnen) soll einen beeindruckenden Blick auf Angels Landing und den Zion NP bieten. Dieser besondere Blick blieb uns verwerrt. Auch diese Aussicht kann sich sehen lassen.

The Narrows im Zion National Park

Für unseren zweiten Tag im Zion National Park war ein Abstecher The Narrows geplant, neben Angels Landing der zweite „Promi“ des Nationalparks. The Narrows ist eine Flusswanderung, je nach Wasserstand auch fast eine Canyoningtour.  Mit dem Shuttle Bus sind wir bis „Temple of Sinawawa“ gefahren und von dort dem Riverside Walk  gefolgt. Sobald der befestigte Weg endet, geht es nur noch in kniehohem Wasser watend weiter in die Schlucht hinein. Wie nicht anders zu erwarten war, waren wir auch hier nicht allein unterwegs. Es war voll in der Schlucht. Die große Räuberin fand am laufen im kalten Wasser auch keinen Gefallen. Da wir nun schon mal da waren, haben mein Mann und ich uns aufgeteilt so dass jeder noch ein bisschen „Narrows“ Erfahrung machen konnte. Das laufen im Wasser war teils eine wackelige Angelegenheit.

Ich habe im Vorfeld viel über die Zion Narrows gelesen und dabei erfahren, dass eine mehrstündige Wanderung durch die Schlucht, am besten sogar als top-down Variante mit einer Permit von Chamberlain’s Ranch startend, ein spektakuläres Abenteuer sein soll. Mich hat mein kurzes Narrows-Erlebnis irgendwie nicht „angefixt“. Vielleicht lag es auch an der „Völkerwanderung“ um mich herum. Allerdings hatte ich auch keine 1-2 Stunden Zeit um richtig tief in den Canyon hineinzuwandern. Angeblich werden die Flusswanderer dann deutlich weniger. Mit größeren Kindern den Canyon zu entdecken, ist bestimmt ein tolles Familienerlebnis. Die Räuberinnen waren dafür noch zu klein. Ich finde es zurückblickend ein bisschen schade, dass wir aufgrund des Narrows Ausflugs den Watchman Trail in Zion nicht mehr geschafft haben. Vielleicht wäre das für uns an dem Tag die bessere Wanderung gewesen.

The Narrows in Zion National Park

Fast unmöglich aber fast geglückt: ein Foto in The Narrows ohne andere Menschen im Bild.

The Narrows in Zion National Park

USA Südwest Womo Tour – Etappe 6 und 7: Vom Zion NP zum Lake Powell und über Flagstaff zurück nach Phoenix

Bis Zion hatte ich alle Tage bzw. Tagesziele der Reise in der Urlaubsvorbereitung ziemlich durch geplant. Die letzten Tage dieser Wohnmobilreise mit Kindern hatten wir uns ein bisschen offen gehalten. Bis zuletzt gab es Überlegungen auch am Grand Canyon zu stoppen, den mein Mann und ich aber bereits kennen. Wir haben uns schlussendlich dagegen entschieden. Nach all den tollen Erlebnissen bisher war der Blick auf „das große Loch“ für meinen Mann und mich irgendwie nicht mehr verlockend. Und damit dieser Reisebericht (oder besser Reise-Roman?) endlich online gehen kann, fasse ich die letzten drei Tage unserer Reise abschließend kurz zusammen. Nach Zion war bei mir auf der Reise ein bisschen die Luft raus. Ich wäre gerne nochmal zurück in Richtung Capitol Reef NP oder Arches gefahren. Das Ende der Reise schon so nah vor Augen zu haben, stimmte mich wehmütig.

Vom Zion National Park sind wir wieder zurück nach Arizona zum Lake Powell bei Page gefahren. Am Lone Rock Beach haben wir einen entspannten Nachmittag am „Strand“ verbracht, einfach mal nichts gemacht und anschließend auch die Nacht auf diesem speziellen Campingplatz auf Sand verbracht. Am nächsten Morgen ging es weiter nach Page mit kurzem Stopp am Glen Canyon Dam. Unser Highlight des Tages sollte aber eine Tour durch einen Slot-Canyon werden. Davon gibt es bei Page ja einige, der Antelope Canyon ist wohl der bekannteste. Wir haben uns für den noch relativ neuen und nicht ganz so überlaufenen Canyon X entschieden. Der Spaziergang durch den engen Canyon sowie die Formen und Farben des Gesteins waren ziemlich beeindruckend.

Bevor es nach dem Canyon-Besuch wieder weiter südlich gehen sollte, haben wir noch am Horseshoe Bend gestoppt. Auch hier waren viele Menschen unterwegs. Theoretisch hätten wir von hier die ungefähr 440 km bis Phoenix durchfahren können. Aber mit Wohnmobil und kleinen Kindern ist das eine lange Strecke und nachdem wir mit unserem ersten langen Fahrtag (480 km) schlechte Erfahrungen gemacht haben, hatten wir entschieden bei Flagstaff die Nacht zu verbringen um die Fahrt aufzuteilen. Bei der Suche nach einem netten Campingplatz sind wir auf den Bonito Campground im Sunset Crater National Monument bei Flagstaff gestoßen. Am nächsten Morgen sind wir noch ein bisschen in einer fast unwirklichen Landschaft umgeben vom Lava-Gestein spaziert, bevor wir die letzten Kilometer bis Phoenix im Wohnmobil angetreten haben.

Mein Fazit: USA Südwest Wohnmobilreise mit Kindern

Unsere letzten Hüttenwanderungen hatte ich im Blog bereits als eine intensive, eine positiv-intensive Familienzeit beschrieben. Intensiv war unsere Wohnmobilreise als vierköpfige Familie ebenso. Wir waren zwei Wochen auf engstem Raum zusammen und haben unglaublich viele besondere Momente gemeinsam erlebt. Ich habe es sehr genossen, die beiden Räuberinnen dabei beobachten zu können, wie sie als Schwestern immer enger zusammen wachsen und miteinander auf Entdeckungstour gehen.

Nicht alles lief wie am Schürchen, aber es hat sehr viel richtig gut geklappt. Die National Parks waren wirklich beeindruckend und dazu sehr gut mit kleinen Kindern zu erkunden. Ich werde wohl noch lange von diesen Familienerlebnissen zerren. Aber intensive Familienzeit auf Reisen bedeutet auch, wenig Zeit für sich allein oder zu Zweit als Paar. Bis am Abend Ruhe im Wohnmobil eingekehrt und alles aufgeräumt war, hat es seine Zeit gedauert. Anschließend ein bisschen den Sternenhimmel bestaunen oder noch kurz im Reiseführer lesen, dann bin ich platt ins Bett gefallen.

Meine Top 3 Trails

  1. Die 1,5 Tage im Arches National Park (ich kann mich nicht für einen bestimmten Trail entscheiden)
  2. Bryce Canyon National Park: Kombination von Navajo Loop und Queens Garden Trail
  3. Canyonlands National Park: Grand View Point Trail

Meine Top 3 Campingplätze

  1. Canyonlands National Park: Kayenta Camp
  2. Capitol Reef National Park: Fruita Camp
  3. Kodachrome Basin State Park camp

 

Transparenz: Dieser Bericht wurde nicht unterstützt. Ich beschreibe meine/unsere persönliche Erfahrung und Meinung.

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